Unterstall

Von der Jurte aus ins Land der Indianer

Die Geschichtenerzählerin Ulrike Mommendey entführt ihre Zuhörer in eine Märchenwelt

04.08.2014 | Stand 02.12.2020, 22:23 Uhr

Multitalent Ulrike Mommendey: Sie erzählt, singt und spielt.

Unterstall (DK) Möchte man einmal abschalten oder hat zu viel von den Sorgen und Nöten unserer Gesellschaft, dann kann man fliehen: In das Märchenzelt in Unterstall, in dem Ulrike Mommendey von allerlei Welten erzählt. Ein Besuch.

Warm ist es in der Märchenjurte – was nicht nur an der Hitze draußen liegt. Ein Lagerfeuer knistert und lodert in der Mitte. Betritt man den Eingang zur Jurte, betritt man eine andere Welt – eine Märchenwelt. Abgeschirmt von dem Trubel und der Hektik des Alltags, von Lärm und schlechter Luft, können sich hier Kinder und Erwachsene zurückziehen, verstecken, abschalten, zuhören, träumen, mitmachen. Denn in der Märchenjurte erzählt Ulrike Mommendey von anderen Welten, von afrikanischen Stämmen, oder von amerikanischen Indianern. Die Flucht in ein anderes Land, eine andere Kultur, eine andere Lebensweise: Ulrike Mommendey beherrscht es perfekt, aus einem kleinen Zelt in Unterstall in eine andere Welt zu entführen.

In ihrem weiten, roten Gewand sitzt sie auf dem „Erzählstuhl“, 15 Jungen und Mädchen haben ringsrum Platz genommen, ihre Stühle sind mit schwarzen Fellen bedeckt. Der Märchenpunsch steht auf dem weichen Gras, noch ist das Geheimnis nicht gelüftet, mit welchen Zutaten er gebraut ist. Den Kleinen erklärt die Erzählerin, dass nur Erwachsene das Lagerfeuer anzünden dürfen. „Denn Feuer ist gefährlich. Wenn man nicht aufpasst, dann brennt alles lichterloh.“ Die kleinen Zuhörer machen große Augen.

Dann machen es die Kinder aus Unterstall, Bergheim und Ingolstadt der Erzählerin nach und klatschen in die Hände. „Spürt ihr die Magie, das Kribbeln“ Die Kleinen nicken aufgeregt. Mommendey öffnet ihren Geschichtenkoffer. Neugierig versuchen die Kleinen, einen Blick in die Tasche zu werfen. Vergebens. Ulrike Mommendey macht ihn flugs wieder zu. Die Neugierde bleibt. Ein fliegender Teppich ist der erste Gegenstand, mit dem sie die Gäste im Märchenland überrascht. Und so fliegen die Jungen und Mädchen nach rechts und nach links, bewegen ihre Oberkörper nach vorne und nach hinten – und schwupps, sind sie mittendrin im Land der Indianer. Ulrike Mommendey klemmt sich eine Trommel zwischen die Beine und stimmt ein Lied an. Vom indianischen Schöpfergeist Manitu, und wie die Rothäute früher mit Trommeln Nachrichten übermittelt haben. Gestenreich simuliert sie Stimmen, streicht rhythmisch auf der Trommel und erzeugt damit einen hallähnlichen Klang, singt mal hoch und mal tief, spricht Dialoge und Monologe – die Kleinen hängen ihr an den Lippen. Mit einer Schelle am Bein macht sie Geräusche und erzählt, wie Tanz und Gesang zu den Indianern gekommen sind. Sie animiert die Gäste des Märchenlandes, mit ihr gemeinsam zu singen – bis es eine kleine Pause gibt, und das Geheimnis des Märchenpunsches gelüftet wird.