Röttenbach

"Von der grauen Maus zu einem respektablen Standort"

Bürgermeister Thomas Schneider zeigt sich beim Neujahrsempfang von der Entwicklung Röttenbachs beeindruckt

08.01.2016 | Stand 02.12.2020, 20:21 Uhr

Die Heiligen Drei Könige stimmen mit ihrem Lied in den Glückwunsch des Bürgermeisters Thomas Schneider (Mitte) ein - Foto: Osiander

Röttenbach (ao) Ein Ausgriff auf Geschehnisse in der „großen Politik“, die Entwicklung der Gemeinde und ein Blick in die Zukunft haben beim Neujahrsempfang der Gemeinde Röttenbach im Mittelpunkt gestanden.

Röttenbachs Bürgermeister Thomas Schneider erinnerte in der Aula der Grundschule an das wirtschaftliche Problem Griechenlands und das „zutiefst menschliche Drama der Flüchtlings- und Asylantenschicksale“. „Wir leben in einer Zeit voll Wohlstand und Überfluss. Da gehört es zweifelsfrei zu unserer ethischen und vor allem auch christlichen Pflicht, Gastfreundschaft walten zu lassen“, sagte Schneider. Deshalb habe die Gemeinde Röttenbach im Rahmen ihrer Möglichkeiten Flüchtlinge aufgenommen. In diesem Anliegen dankte Schneider jedem Eigentümer, der „eine Wohnung oder ein Haus für die Unterbringung“ bereitstelle.

Gastfreundschaft dürfe aber nicht bedeuten, eigene Werte aufzugeben oder nicht mehr Herr im eigenen Haus zu sein, stellte der Bürgermeister klar. Deshalb müsse es gelingen, „den Gästen nahe zu bringen, wie wir leben und leben möchten, und zugleich aber auch deutlich zu machen, was wir von ihnen an Verhaltensweisen erwarten“. Nachdrücklich befürwortete Schneider den „Weg der dezentralen Unterbringung“, den der Landkreis Roth anstrebe, denn, wenn die Gäste ihre Nachbarn als freundlich gesinnte Menschen wahrnähmen, würden diese schnell gesellschaftlich eingebunden und fühlten sich nicht als Fremdkörper.

Neben der Unterstützung der Gäste dürfe aber „unsere Bevölkerung vor lauter Hilfsbereitschaft nicht vernachlässigt oder vergessen“ werden. Das Hauptaugenmerk müsse weiterhin auf der anvertrauten heimischen Bevölkerung liegen, stellte Schneider klar und verwies in einem kurzen heimatgeschichtlichen Exkurs darauf, dass „wir ja alle Nachkommen von zugezogenen Menschen“ seien.

Ausführlich befasste sich Schneider dann mit der „seit Jahrzehnten stetigen Aufwärtsentwicklung Röttenbachs“ und erklärte: Die Ausrichtung der Gemeinde als familienfreundliche Kommune sei einer von verschiedenen Erfolgsfaktoren, die es ermöglicht hätten, dass sich Röttenbach „von der grauen Maus zu einer anerkannten Gemeinde, vom Mauerblümchen zu einem respektierten und respektablen Standort entwickelt“ habe. Triebfedern und Garanten dieser positiven Entwicklung seien mutige und weitsichtige Entscheidungen gewesen, zu denen sich der Gemeinderat in seiner Mehrheit gegen manche Widerstände habe durchringen können.

Schneider zitierte dazu unter anderem die Ausweisung von rund 350 000 Quadratmetern Gewerbegebiet seit 1998, das durch die Gründung der gemeindlichen KaDe GmbH vermarktet wird. Sie biete attraktiver Grundstücke für den privaten Wohnungsbau. Schneider hob die derzeit laufende Ansiedlung des „Handelzentrums Röttenbach“ der HTI Gienger mit über hundert neuen Arbeitsplätzen, die Einrichtung eines Dorfladens und die Etablierung eines gemeindlichen Familiensozialdienstes als Erfolge hervor. „Uns ist es gelungen, die Einwohnerzahlgrenze von 3000 zu überspringen, und wir nähern uns sogar schon der Einwohnerzahl 3100“, so Schneider.

Im Ausblick auf die kommenden Monate sah Schneider die Aufgabe, „dem seit acht Jahren bundesstraßenfreien Altort Röttenbach wieder mehr Glanz zurückzugeben“, als größte Herausforderung. Nach den hohen Investitionen in den vergangenen Jahren für die kleineren Ortsteile gehe es nunmehr um den „Kern des größten Gemeindeteils“ – und damit um die „Zukunftsfähigkeit der Gemeinde“. Schließlich werde im Ortskern nicht nur Geschichte lebendig, sondern hier habe Röttenbach seine eigentlichen Wurzeln. Leidenschaftlich zeichnete Schneider die Vision eines attraktiven gemeinschaftlichen Bereichs durch den Rückbau der Weißenburger Straße.

Nachdrücklich appellierte der Bürgermeister daran, diese einmalige Chance der Städtebauförderung zu nutzen. Dabei gehe es um Mittel in Höhe von rund 15 Millionen Euro, die der Staat über Fassaden- und Infrastrukturprogramme den Bürgern zugutekommen lasse, so dass sich die Belastungen der Anwohner in Grenzen halten könnten. Schneider versicherte, dass die Gemeinde wie bisher darauf achte, die Bürger finanziell nicht zu überfordern.

Mit dem Appell zu gemeinsamem und mutigem Handeln im Interesse heutiger und künftiger Generationen stieß Schneider schließlich auf „gute Zeiten für alle Menschen in einer lebendig sympathischen und modernen Gemeinde Röttenbach“ an. In diesen Glückwunsch stimmten auch die Heiligen Drei Könige mit ein.