Schrobenhausen

Viele Baustellen im Bauer-Konzern

Flut an Aufträgen und mehr Umsatz, aber weniger Gewinn – Altlasten als Bremsklötze

13.11.2015 | Stand 02.12.2020, 20:33 Uhr

Schrobenhausen (DK) Der Schrobenhausener Spezialtiefbau- und Maschinenbaukonzern Bauer wird sich noch sehr anstrengen müssen, um im laufenden Jahr in die schwarzen Zahlen zu kommen, geschweige denn seine Prognosen erfüllen zu können. In den ersten neun Monaten jedenfalls steht unter dem Strich immer noch ein Minus.

Vor allem Altlasten bereiteten dem Unternehmen Probleme, während „das operative Geschäft insgesamt gut läuft“, sagte ein Firmensprecher am Freitag in Schrobenhausen.

Von Januar bis Ende September lag die Gesamtkonzernleistung der Bauer AG mit gut 1,19 Milliarden Euro um 2,7 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert, wie das Unternehmen mitteilte. Während das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 38,3 auf 36,4 Millionen Euro absackte, lag das Periodenergebnis (nach Steuern) mit 2,7 Millionen Euro im Minus; im gleichen Vorjahreszeitraum lag der Fehlbetrag noch bei fünf Millionen Euro.

Dabei sitzt das Unternehmen mit seinen insgesamt 10 679 Beschäftigen per Ende September auf einem Auftragsbestand in Rekordhöhe: Knapp 1,02 Milliarden Euro bedeuten ein Plus von gut 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Mehr Aufträge, mehr Umsatz, aber weniger Gewinn: Bauer bremsen, wie der Unternehmenssprecher sagte, vor allem Altlasten in den Sparten Bau und Resources sowie das merklich erlahmte Geschäft mit Öl- und Gasbohrungen. Im Baubereich verursachten ihm zufolge die Probleme mit der Sanierung des Center-Hill-Damms in den USA einen Verlust „im zweistelligen Millionenbereich“. So sackte in dem Segment das Ebit um 4,4 Millionen auf 12,4 Millionen Euro ab, das Periodenergebnis lag mit 1,4 Millionen Euro im Minus. Im Segment Maschinen schrumpften – bei leicht gestiegenen Erlösen – das Ebit um eine Million auf 24,6 Millionen Euro sowie das Periodenergebnis von 4,3 Millionen auf 4,2 Millionen Euro.

Belastend wirkten sich hier wie auch in den anderen Sparten des Konzerns notwenige Restrukturierungsmaßnahmen aus. Die Aufwendungen konnten bei Maschinen nur durch einen Sondergewinn aus dem Verkauf von 50 Prozent der Anteile an der Tochterfirma Spantec aufgefangen werden. Das Segment Resources blieb sowohl operativ als auch nach Steuern mit 1,2 Millionen beziehungsweise 7,8 Millionen Euro in der Verlustzone.

Die Zahlen zeigen, dass bei Bauer noch erhebliche Aufräumarbeiten zu erledigen sind, um die selbst gesetzten Ziele für 2015 zu erreichen. So will das Unternehmen im Gesamtjahr ein positives Periodenergebnis von 18 bis 23 Millionen abliefern, nach 15,4 Millionen Euro im Vorjahr. 2014 gelang das nur durch den Anteilsverkauf bei einer Tochter, nachdem 2013 unterm Strich sogar ein Verlust von 19,4 Millionen Euro aufgelaufen war. So wird Bauer, wie der Sprecher sagte, auch diesmal „noch ein Sonderergebnis brauchen“, um wie geplant ins Ziel zu kommen.