Eichstätt

VfB-Euphorie: "Sensationell"

01.06.2010 | Stand 03.12.2020, 3:58 Uhr

Eichstätt in grün-weiß: Sogar mit Autofähnchen – hier mit eigens aufgebügeltem Vereinsemblem – wollen die VfB-Fans ihrer Mannschaft beim heutigen Aufstiegsspiel in Gersthofen den Rücken stärken. - Foto: chl

Eichstätt (chl) "Sensationell, einfach sensationell"! Den Eichstättern gehen angesichts der Erfolgswelle ihres VfB die Superlative aus. Heute um 19 Uhr spielen die Fußballer in Gersthofen gegen Heimstetten um den Bayernliga-Direktaufstieg. Selbst alte VfB-Haudegen finden dafür nur ein Wort: "Sensationell!"

Stürmerlegende Hermann Stark (71) zum Beispiel ist restlos begeistert von der jungen aktuellen "Ersten" – und dabei hält Stark immer noch den absoluten Torrekord für den VfB: Von 1960 bis 1975 hat er über 1000 Tore geschossen, davon 1964 allein 68: "Da sind wir damals auch aufgestiegen – von der B- in die A-Klasse." Wie viele alte VfB-Recken steht er mit Jahreskarte bei jedem Heimspiel am VfB-Platz und ist von der aktuellen Mannschaft und dem Trainer- und Betreuerteam begeistert.

"Die sind einmalig", lobt auch Peter Chloupek (64) – in den 1970er und 1980er Jahren Torwart, Spartenleiter und zweiter Vorsitzender beim VfB – die Burschen. Die Arbeit der Trainer Erich Hock und Sigi Silbermann könne man gar nicht hoch genug würdigen. Dass dem Team der Aufstieg in die Landesliga gelungen war, sei schon grandios gewesen, "so weit oben waren wir noch nie." Zu seiner Zeit hatte der VfB zwischen A- und Bezirksklasse gekickt. Und dass sein Verein heute sogar die Bayernliga per Direktaufstieg ins Visier nimmt: "Das ist das Allergrößte – sensationell!" Selbstverständlich steht Chloupek heute in Gersthofen am Spielfeldrand, um die Hock-Truppe zu unterstützen.

Der zunächst eine gecharterte Fanbus (siehe nebenstehenden Beitrag) reicht bei weitem nicht. Auch privat organisieren sich die Fans von Stadt und Umland zur Fahrt nach Gersthofen. "Selbstverständlich" fährt auch Schagg Zieglwalner (50) heute nach Schwaben. Seit seinem achten Lebensjahr ist der stellvertretende Jugendleiter dem VfB verbunden – selbstverständlich ist er auch Dauerkartenbesitzer am VfB-Platz. Landesliga sei schon toll. Aber selbstverständlich wünscht er der Mannschaft heute Sieg, Meisterschaft und Aufstieg: "Das wäre für die Spieler das Höchste überhaupt", meint Zieglwalner. Es seien ja Spieler im Kader, die schon mal an der Bayernliga schnuppert durften, wenn die das jetzt mit ihrer Heimatmannschaft schafften, dann wäre das: "Sensationell!"

Das sieht Bürgermeister Josef Schmidramsl (60) ganz genauso: "Was diese Mannschaft und das ganze Team in dieser Saison geleistet haben, das ist einmalig, das ist sensationell!" Schmidramsl ist heute natürlich auch in Gersthofen mit dabei, "mit einem riesengroßen VfB- und einem dicken Vaterherzen" – seine Söhne Dominik und Benjamin spielen ja bekanntlich in der sagenhaften Hock-Truppe.

Schmidramsl "hofft, dass es jetzt schon in Gersthofen hinhaut" – ansonsten hat der VfB bekanntlich zwar noch über zwei Relegationsspiele am Samstag und am nächsten Mittwoch eine Aufstiegchance. Aber, so bemerkt der besorgte Vater und Arzt: "Die Burschen sind körperlich am Ende, die hätten sich das Saisonende jetzt schon redlich verdient."

Der Aufstieg in die Bayernliga wäre auch für die Stadt "eine der größten Erfolge überhaupt", meint der Bürgermeister: "Und das angesichts der Rahmenbedingungen", bemerkt Schmidramsl mit Blick auf das knappe Budget und die beengten Sportplatzverhältnisse: "Was der VfB da mit großer Kameradschaft und großem Können schon ganz unabhängig vom Spielausgang in Gersthofen auf die Beine gestellt hat, das ist" – und da wiederholt sich Schmidramsl gerne – "sensationell, wirklich sensationell!" (Sportlicher Vorbericht siehe Seite 30)