Neuburg
Versuchte Tötung in der Asylunterkunft

44-jähriger Nigerianer verletzt Ex-Freundin mit Messer - Zeuge verhindert Schlimmeres

20.11.2017 | Stand 02.12.2020, 17:11 Uhr |

Neuburg (DK) Ein 44-jähriger Nigerianer hat am Sonntagnachmittag gegen 14 Uhr in der Neuburger Asylunterkunft versucht, seine Ex-Freundin zu erstechen. Laut Kriminalpolizei ist es dem beherzten Eingreifen eines Zimmernachbarn zu verdanken, dass die Frau noch lebt. Der mutmaßliche Täter sitzt in Haft.

Das Opfer wird mit schweren Stichverletzungen im Neuburger Krankenhaus behandelt. "Eine konkrete Lebensgefahr bestand nicht", berichtet das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord in einer Pressemitteilung. Der diensthabende Arzt der Notaufnahme hatte am Sonntag gegen 14 Uhr die Polizei über die Patientin mit Stichverletzungen informiert. Schnell stellte sich heraus, dass es in der Neuburger Gemeinschaftsunterkunft zu einer Bluttat gekommen war.

Die 37-jährige Nigerianerin gab an, dass ihr Ex-Freund sie in der Donauwörther Straße besucht habe. "Dabei kam es zum Streit", so die Polizei. Der Aggressor griff daraufhin zu einem mittelgroßen Küchenmesser, dass dort lag und verletzte die Frau massiv. "Ein Zimmernachbar, der die Schreie des Opfers hörte, eilte zu Hilfe und griff beherzt in das Geschehen ein", berichten die Beamten. Dabei wurde der 37-jährige Helfer vom Tatverdächtigen ebenfalls mit dem Messer am linken Unterarm verletzt. Weitere Asylbewerber kamen zu Hilfe: "Zusammen mit weiteren Unterkunftsbewohnern gelang es schließlich, den Mann von weiteren Tatausführungen abzuhalten, so dass er die Flucht ergriff." Laut Michaela Grob, Sprecherin des Polizeipräsidiums, hatte der Helfer - ebenfalls ein Nigerianer - durch sein Eingreifen "verhindert, dass die Frau zu Tode gekommen ist".

Die Polizei begann sofort mit der Fahndung nach dem flüchtigen Tatverdächtigen. Weil eine Flucht zurück nach Italien nahe lag, wurden laut Polizeisprecherin Grob auch die Grenzen abgesichert. Außerdem bewachten Polizisten das Opfer im Krankenhaus - und wirklich: Als der Ex-Freund die junge Frau später im Krankenhaus erneut aufsuchen wollte, griffen die Beamten der Kriminalpolizei Ingolstadt zu und nahmen ihn fest. Warum er ins Krankenhaus kam, ist nicht ganz klar: Plante er einen erneuten Angriff? "Einen Blumenstrauß hatte er jedenfalls nicht dabei", so die Polizeisprecherin.

Gegen den Inhaftierten wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der versuchten Tötung eingeleitet. Er wurde am Montag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ingolstadt beim Amtsgericht Neuburg dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl gegen den 44-Jährigen. Ob der Nigerianer in Italien Asyl beantragt hat oder nicht, müssen die weiteren Ermittlungen klären, in Deutschland ist der Mann laut Polizei bisher nicht registriert.