Ingolstadt

Und jetzt alle zusammen

Schüler der Kolumbus-Grundschule und Musikstudenten für bayerischen "Miteinander-Preis" nominiert

05.11.2019 | Stand 02.12.2020, 12:41 Uhr
Die Kinder mischten sich unter die Senioren und erklärten ihnen, wie Musik gemacht wird. Danach musizierten alle gemeinsam. −Foto: KU Eichstätt-Ingolstadt

Ingolstadt (upd) Kinder der Ganztagesklasse 3a der Christoph-Kolumbus-Grundschule an der Ungernederstraße haben mit ihrer Lehrerin Gabriele Hirte und ihrem Lehrer Stefan Melerski sowie Musikstudentinnen und Musikstudenten der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) das generationenübergreifende Inklusionsprojekt "Lesebrücke" mit dem Caritas-Seniorenheim St. Pius aufgebaut.

Nun wurden sie für den bayerischen "Miteinander-Preis" nominiert.

Gewürdigt werden damit Beispiele aus allen Lebensbereichen, die mit vorbildlichem Engagement Inklusion leben. Welches Projekt gewinnt, wird bei der feierlichen Preisverleihung am 11. November im Schloss Nymphenburg in München bekannt gegeben.

Über mehrere Monate hinweg besuchten die Kinder seit April dieses Jahres regelmäßig für zwei Schulstunden das Seniorenheim. Dabei musizierten sie mit den Bewohnern, lasen den alten Menschen unter anderem Kurzgeschichten, Rätsel und Witze vor, bastelten gemeinsam mit ihnen und präsentierten die im Deutschunterricht erarbeiteten Referate nochmals vor großem Publikum. Die Kinder besuchten bettlägerige Senioren in deren Zimmer. "Durch die wiederholten Treffen entwickelten sich Freundschaften zwischen den Schulkindern und den Senioren, so dass das Projekt auf ausdrücklichen Wunsch der Schulkinder und Senioren auch im Schuljahr 2019/20 fortgesetzt wird", berichtet die KU. Die Studierenden aus dem Bereich Lehramt für Grundschulen bereiteten die Schülerinnen und Schüler auf das Musizieren mit Senioren so weit vor, dass die Kinder nahezu selbstständig bei ihren Besuchen die Musikaktionen gestalteten. "Die Musikstudierenden konnten ihr musikdidaktisches Wissen aus Seminaren und Vorlesungen - und hier insbesondere die Kenntnisse zur inklusiven Musikpädagogik - im Sinne von Service Learning anwenden und wertvolle Praxiserfahrungen sammeln", erklärt Gabriele Hirte. Sie ist sowohl Lehrerin an der Kolumbus-Grundschule als auch wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur für Musikpädagogik und Musikdidaktik an der KU. Dabei wirkt sie am Verbundprojekt "Inklusives Lernen und Leben in der Schule" mit, an dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechs Fakultäten der KU beteiligt sind. Dabei beschäftigen sie sich unter anderem mit den praktischen Herausforderungen von Inklusion in einzelnen Unterrichtsfächern - wie etwa der Musik.

Gabriele Hirte und ihr Kollege Stefan Melerski wollen mit dem Projekt insbesondere eine "kontinuierliche Öffnung des Unterrichts" erreichen, durch die die Kinder über den Schulunterricht hinaus erleben können, wie ihre in der Schule erworbenen Kompetenzen nicht nur ihren eigenen Alltag, sondern auch den der Senioren bereichern. "Wir konnten beobachten, dass das Projekt bei den Jungen und Mädchen die wichtigen sozialen Fähigkeiten wie Hilfsbereitschaft, Toleranz, Rücksicht und Empathie fördert. Umgekehrt konnten unsere Schulkinder mit Förderbedarf erleben, wie auch sie ihre Stärken und Fähigkeiten einbringen und ein wichtiger Bestandteil des Projektes sind. "

Insgesamt sei das Projekt ein Gewinn für alle: "Die Studierenden bringen den Input mit neuesten, inklusiven musikpädagogischen Erkenntnissen, die Lehrer nutzen die Potenziale des Ganztagessystems, das Seniorenheim unterstützt mit großer Offenheit und Kooperationsbereitschaft und die Kinder bereichern das Projekt mit ihrer Herzlichkeit und der Selbstverständlichkeit des gemeinsamen Miteinanders. "