Eichstätt

Umweltbewusste Universität

Klimawandel ist Thema bei Vortragsabend an der KU

25.06.2015 | Stand 02.12.2020, 21:09 Uhr

Eichstätt (upd) Das Beständige am Klima ist der Wandel – auf diese grundlegende Tatsache stellte Wissenschaftlerin Susanne Jochner, die sich mit physischer Geographie, Landschaftsökologie und nachhaltiger Ökosystementwicklung beschäftigt, ihre Ausführungen bei einem Vortragsabend an der Katholischen Universität. Organisiert vom Referat für Umweltmanagement, bestritt auch der Umweltbeauftragte der Uni, Johannes Baumann, einen Teil des Abends.

„Die derzeitige Erwärmung ist vor allem einer Ursache zuzuschreiben: der verstärkten Emission von Treibhausgasen“, erklärte Jochner. Das Jahr 2014 sei mit einer um 2,1 Grad Celsius höheren Jahresmitteltemperatur in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn der instrumentellen Messungen. „Dies zeigt deutlich, dass der Klimawandel Realität ist“, betonte die Wissenschaftlerin.

Baumann erläuterte, warum es so wichtig ist, den Anstieg der Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf zwei Grad Celsius im Vergleich zum Beginn der industriellen Revolution zu begrenzen. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen reicht eine Emission von 1000 Milliarden Tonnen CO2 – gerechnet ab 2012 – aus, um die Zwei-Grad-Marke zu überschreiten. Aktuellen Berechnungen zufolge wäre diese Emissionsmenge bei unvermindertem Energieeinsatz bereits innerhalb der nächsten 30 Jahre erreicht, so der Umweltbeauftragte.

Den größten Anteil an Energie verbraucht laut Baumann der Durchschnittsbürger. „Die Mobilität, also das tägliche Autofahren und die jährliche Flugreise, beansprucht etwa 37 Prozent des Gesamtverbrauchs.“ Daneben stellten der Wärmebedarf für Gebäude und die Güterherstellung den größten Anteil am Gesamtenergieverbrauch dar. Strom für Geräte wie Fernseher, Staubsauger oder Beleuchtung benötigten zusammen nur rund fünf Prozent. Baumann appellierte daher, dass nicht nur die Stand-by-Lampe am Bildschirm zu vermeiden sei, sondern auch die individuelle Mobilität zu überdenken wäre.

In diesem Jahr wurde die KU erstmals mit dem EMAS-Zertifikat (Eco-Management and Audit Scheme) ausgezeichnet. Sie will kontinuierlich zur Verbesserung der Umweltleistung beitragen, bestätigte Baumann. Das Herzstück sei ein Umweltprogramm, das die Bewusstseinsbildung bei den KU-Angehörigen im Bereich Klimawandel und Energie einschließe. Vieles sei schon erreicht worden: Bereits jetzt setzt die Universität auf 100 Prozent Ökostrom. 80 Prozent der Wärme stamme größtenteils aus durch Biomasse erzeugter Fernwärme. Während der vergangenen Weihnachtszeit blieben die Türen der Universität geschlossen. „Eine Maßnahme, die eine Einsparung von über 200 000 Kilowattstunden brachte“, so Baumann. Derzeit werde geprüft, ob weitere Photovoltaikanlagen auf Dachflächen möglich seien. Als besondere Herausforderung nannte der Umweltreferent den Individualverkehr. „Wir sind dabei, eine Internetplattform ins Leben zu rufen, um Fahrgemeinschaften zu initiieren und zu intensivieren.“