Ingolstadt

Uhr weg, Knoten weg, Loch im Ei weg

21. Ingolstädter Zaubertage enden magisch: Sven Catello und Pius Maria Cüppers begeistern

19.11.2017 | Stand 02.12.2020, 17:11 Uhr
Die Rasselbande im Blick: Sven Catello hatte kein Problem, die Kinder im Zauberland mit seiner Magie und seinen Tricks zu begeistern. Die Kleinen schauten ihm staunend zu und strahlten um die Wette - obwohl sie nicht wussten, wie der Zauberer das alles macht. −Foto: Hammer

Ingolstadt (DK) Magische Momente und Illusionen, staunende Kinder und grübelnde Erwachsene, redegewandte Zauberer und offenherzige Magier - mal mit, mal ohne Hase: Die 21. Ingolstädter Zaubertage endeten am Sonntagabend mit einem faszinierend verhexten Abrakadabra-Wochenende.

Zu "Kinder im Zauberland" hatte Sven Catello am Samstag- und am Sonntagnachmittag ins Altstadttheater eingeladen. Der Initiator der Zaubertage spendierte den Mädchen und Buben, die mit Mama oder Papa oder Oma oder Opa gekommen waren, viele kleine Wunder. Eins nach dem anderen. Das neben dem Applaus größte Lob der Rasselbande: staunende Augen und offen stehende Münder.

Improvisieren war angesagt. Denn Kinder plappern dazwischen, glauben, manches besser zu wissen als der große Meister, wollen dem Magier nicht helfen und sind sich sicher, dass der Zauberstab eh nicht zaubern kann. Sven Catello täuschte, trickste, redete, lächelte und grummelte sich geduldig durch alle aufkommenden Zweifel - mit Zauberhut, Zauberstab, Zaubertricks, Zaubermantel und Zauberspruch.

 

Die Kinder tauchten für eine Stunde ein in eine andere Welt, als wären sie in den Hogwarts-Express eingestiegen, um in die Zauberschule zu fahren. Die befand sich am vergangenen Wochenende im Altstadttheater, wohl einem der heimeligsten und vielleicht auch magischsten Plätze in Ingolstadt - für Zauberer und magische Stunden.
 

Nicht minder fragend saß abends beim phänomenalen Pius Maria Cüppers die überwiegend ältere Generation im Saal. Schnell war klar: Das eigene Hirn ist zu langsam, die Finger des Meisters sind zu schnell. Selbst als Cüppers einen Trick in Zeitlupe - wunderbar, sogar der Ton war verzerrt - präsentierte, waren die Zuschauer begeistert, aber ratlos: Wie geht das denn? Cüppers klärte als "Dick Macy" einen Mord (der Übeltäter saß sogar im Publikum), Cüppers las als "Walnussen III" Gedanken wie kein Zweiter. Er hielt stets Ausschau nach hübschen Assistentinnen, schenkte diesen zuerst seine Aufmerksamkeit und dann dies und das. Er forderte später alles wieder zurück, hinterließ so auch keine verräterischen Spuren.

 

Natürlich gab es abends Erwachsene, die - wie die Kinder am Nachmittag - glaubten, einen Trick durchschaut zu haben. Doch Cüppers, der als Russe und Amerikaner coole Geschichten erzählte und dabei stets die Hauptrolle spielte, ließ sich nicht in die Karten blicken. Sogar der einfache Trick, ein rotes Tuch verschwinden und dafür ein Ei auftauchen zu lassen, warf Fragen auf und ließ schweigende Zuschauer zurück - obwohl der Meister offen zeigte, wie er das Tuch von hinten durch ein Loch in das Ei stopfte. Doch plötzlich war das Loch weg, das Ei war echt, das Loch klebte an seiner Stirn. Und genau dort zog er dann das Tuch hervor. Wie geht das denn?

Lauter ging es nachmittags zu, als Sven Catello Seile verknotete, die Knoten verschob oder verschwinden ließ, Seile trennte und zusammenfügte. Alles mit einer schnellen Handbewegung. Und immer wieder auf oder vor der Bühne: "Hasi" ein Hase, der eigentlich ein Kaninchen war. Oder doch nicht?
 

Gestern Abend beendete Michelle Spillner die Zaubertage. Im Altstadttheater hieß es "Alles Lüge - echt wahr!" Es waren aber keine Lügen, es waren einfach Illusionen. Wie geht das denn? Egal. Zauberhaft war's.