Manching

Über 300 Teilnehmer bei Radl-Demo gegen den geplanten Ausbau der Bundesstraße 16

26.04.2022 | Stand 30.04.2022, 3:34 Uhr
Rund 300 Radlerinnen und Radler demonstrierten am Samstag gegen den geplanten Ausbau der B16 - natürlich auch auf der B16. −Foto: Schmidtner

Ein eindrucksvolles Zeichen für ein lebenswertes Manching und gegen den geplanten Ausbau der B16 setzten am vergangenen Sonntag Radler und Radlerrinnen aus Manching und der Region zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Leon Eckert sowie dem Landtagsabgeordneten Markus Büchler.

Laut Veranstalter waren rund 300 Unterstützer auf dem Fahrrad dem Aufruf gefolgt und radelten von Oberstimm aus über Pichl auf die von der Polizei gesperrte B16 bis Niederstimm.

Bei der Abschlusskundgebung vor dem Manchinger Rathaus ging Margaretha Bauernfeind, Vorsitzende des Vereins "Lebenswertes Manching - Stopp B16-Ausbau", insbesondere auf die hohe zu erwartende Mehrbelastung durch den zunehmenden Fernverkehr auf der neuen Verkehrsachse zwischen A8 und A9 ein. Hier sei insbesondere der Knotenpunkt Manching massiv betroffen. Am Beispiel des Paketzentrums Weichering sehe man bereits, wie eine neu geschaffene, breit ausgebaute Fernverbindung fern der Autobahn gelegene Ortschaften plötzlich als Logistikumschlagplätze attraktiv mache. Auch geht mit dem geplanten Ausbau eine Aufhebung des Tempolimits einher, wodurch sich die bereits jetzt schon bestehende Lärmbelastung für Anlieger nochmals massiv erhöhen dürfte.

Als Alternativen nannte Bauernfeind nach Angaben der BI die parallel zur B16 verlaufende Bahnstrecke als Option für die Wirtschaft. Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Benzinpreise müssten Logistikketten neu gedacht werden. Auch die Schaffung eines S-Bahn-Netzes in der Region 10 und der Ausbau des Radverkehrsnetzes würden den Pendlerverkehr reduzieren und die Lebensqualität in der Region deutlich heben.

Leon Eckert (Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Verkehrsausschuss, bestätigte, dass aus seiner Sicht der Bundesverkehrswegeplan veraltet und mit überdimensionierten Verkehrsprojekten überfrachtet sei. Ihm sei es wichtig, in der Mobilitätspolitik umzusteuern, auch im Sinne der lebenswerten Orte und Gemeinden. Fußverkehr, Radverkehr und öffentlicher Personennahverkehr müsse hierbei in den Fokus. Eckert ermutigte die Teilnehmer, auch weiterhin die Stimme zu erheben sowie Argumente zu sammeln und diese aktiv in die Überarbeitung des Verkehrswegeplans einzubringen.

Ebenso bezeichnete Annemarie Räder, Regionalreferentin des Bundes Naturschutz, den geplanten B16-Ausbau als Dinosaurier-Straßenbauprojekt. Es brauche eine Mobilitätspolitik des Aufbruchs, kein Zubetonieren unserer Landschaft, kein Vorantreiben des Artensterbens. Als Konsequenz forderte Räder die Reaktivierung der Bahnhalte Oberstimm und Manching und den Ausbau des ÖPNV.

Auch Judith Neumair, Kreisvorsitzende der ÖDP Pfaffenhofen, betonte den Vorrang der ökologischen Auswirkungen vor dem Profitgedanken. Den Abschluss bestritt eine Vertreterin von Fridays for Future Ingolstadt. Sie kritisierte, dass trotz seines großen Anteils am Primärenergieverbrauch sich im Mobilitätssektor in der Vergangenheit kaum etwas geändert habe und die Infrastruktur für Alternativen wie Busse oder Fahrräder fehle.

DK