Wettstetten

"Trend geht massiv Richtung Urne"

Wettstettener Gemeinderat berät über die Friedhofsplanung

28.05.2021 | Stand 31.05.2021, 3:33 Uhr
Über neue Bestattungsformen, Problembereiche und die anstehende Neuplanung des Friedhofs diskutierten die Wettstettener Gemeinderäte bei ihrer Friedhofsbegehung, die im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung am Donnerstag stattfand. −Foto: Gülich

Wettstetten - Die jüngste Zusammenkunft des Wettstettener Gemeinderats begann an einem eher ungewöhnlichen Ort: Bürgermeister Gerd Risch (FW) hatte vor der eigentlichen Sitzung im Bürgersaal zu einer Begehung des Friedhofs eingeladen.

"Nachdem ich erfahren habe, dass noch gar nicht alle Räte unseren Friedhof kennen und wir ja in näherer Zukunft - wenn es unsere finanziellen Mittel zulassen - einiges neu gestalten wollen hier, fand ich es eine gute Idee, gemeinsam die Gegebenheiten anzuschauen", erläuterte er seine Absicht. In seinem einstündigen Rundgang durch die parkähnliche Anlage besichtigte das Gremium unter anderem die 1965/66 gebaute, offene Aussegnungshalle mit ihren Nebenräumen und beriet über die verschiedenen Bestattungsformen und die damit verbundenen Problemstellungen. "Wir haben jedes Jahr 20 bis 40 Bestattungen; der Trend geht dabei massiv in Richtung Urne", informierte der Wettstettener Standesbeamte Manuel Ritzer. Deshalb sollen neben den 2015 gebauten Urnenstelen, die zum großen Teil schon belegt sind, neue Urnengräber entstehen und auch Urnen-Wiesen- und Baumbestattungen möglich werden. Die Gemeinderäte legten auf ihrem Weg durch die Begräbnisstätte entsprechende Areale fest.

Ein besonderes Anliegen aller war "die Beseitigung des Dreckhaufens", einer Lagerfläche für überschüssiges Erdreich in der vorderen Friedhofsecke. Diese könne mit eigenem Zugang nach außen gut in Richtung Aussegnungshalle verlegt werden, um am bisherigen Standort Platz für neue Urnenstelen zu machen, so der Bürgermeister. Da die Aussegnungshalle aber neu gebaut und der Friedhof insgesamt neu geplant werden soll, könne man diesen Plänen nicht vorgreifen. Auf Vorschlag einiger Räte wird nun die Option eines provisorischen Sichtschutz-Zaunes am bisherigen Standort geprüft.

Mit einer Gegenstimme entschieden sich die Gemeinderäte bezüglich der zukünftigen Beheizung der Mehrzweckhalle für die sogenannte "große Lösung", das heißt für eine Hackschnitzelheizung mit Gas als Spitzenlastträger zur gemeinsamen Versorgung von Mehrzweckhalle und Schule. "Hinsichtlich der sich verschärfenden Diskussionen zum Thema CO2-Ausstoß ist das die sinnvollste Lösung", hielt BWG-Gemeinderat Ralf Wittmann fest. "Und auf lange Sicht so auch die günstigste", fügte Bürgermeister Risch an. Offen bleibt die Frage, ob die Gemeinde die Anlage selbst betreiben wird oder ob sie sie in die Hände eines sogenannten Contractors gibt, von dem sie die Wärme dann bezieht. "Das wäre teurer, aber wir hätten zum Beispiel mit der Wartung nichts mehr zu tun. Man erkauft sich also eine gewisse Sorglosigkeit", erläuterte Risch. Zu diesem Thema will sich der Bürgermeister nun mit dem Kollegen einer Nachbargemeinde austauschen und sich bei einem Sachverständigen nach den Kosten eines Gutachtens als Grundlage für die Entscheidung erkundigen.

Der ursprüngliche Plan, am Parkplatz in der Sankt-Gangolf-Straße zwei E-Ladesäulen aufzustellen, wurde in der Sitzung geändert, da durch die Pflicht zu einer entsprechenden Bodenmarkierung an dem stark frequentierten Parkplatz vier Stellplätze wegfallen würden. Das Gremium entschied sich einstimmig für je eine Säule mit jeweils zwei Ladepunkten an den Alternativstandorten Schotterparkplatz gegenüber der Sparkasse und Mehrzweckhallenparkplatz. Die geschätzten Kosten für dieses Projekt liegen insgesamt inklusive Netzanschlüsse bei rund 28000 Euro. Abzüglich Förderung beträgt der Gemeindeanteil rund 7000 Euro.

DK

Anne Gülich