Rennertshofen

Trassengegner tauschen Erfahrungen aus

MdB Eva Bulling-Schröter traf in Rennertshofen mit Mitgliedern der Bürgerinitiativen zusammen

15.02.2015 | Stand 02.12.2020, 21:39 Uhr

Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter (3.v.l) traf sich in Rennertshofen mit Mitgliedern der Bürgerinitiativen gegen die Gleichstromtrasse zu einem Gespräch. - Foto: oh

Rennertshofen (DK) Ablehnung der Süd-Ost-Trasse, Klimaziele und Energiewende in Gefahr – das waren die Hauptinhalte eines Gespräches der Bürgerinitiativen Donau-Lech mit der Bundestagsabgeordneten Eva Bulling-Schröter, energiepolitische Sprecherin der Linken am Montagabend in Rennertshofen.

Vertreten waren neben den Mitgliedern der Bürgerinitiativen aus Burgheim, Neuburg-Nord, Oberhausen, Nordendorf und Rennertshofen, Bürgermeister Georg Hirschbeck und örtlichen Gemeinderäten, Josef Loderer und Bernd Weber vom Energiebündel in Eichstätt.

Bulling-Schröter stellte dabei die Notwendigkeit von fünf Trassen für Bayern (Gleich- und Wechselstrom) generell in Frage. Sie wies unter anderem auf die fehlenden Planungsgrundlagen und die garantierte Rendite von 9,05 Prozent hin. Vor kurzem besuchte die Politikerin die Klimakonferenz in Lima und befürchtet, dass mit diesen Trassen die Kohleverstromung weiter gefördert wird und die geplante Reduzierung des CO2-Ausstoßes in Gefahr ist. Notwendig sei nicht nur der Ausstieg aus der Atom- sondern auch der aus der Kohlestromenergie.

Josef Loderer und Bernd Weber zeigten sich mit den Ergebnissen des Energiedialogs zufrieden. Die Gleichstromtrassen seien für die Versorgungssicherheit nicht notwendig, stattdessen müssten jetzt dezentrale Speicherlösungen und Lastmanagementsysteme zum Einsatz gebracht werden, um die Versorgungssicherheit mit regenerativen Energien sicherzustellen.

Für das Gelingen der Energiewende sei nicht der Abtransport von überschüssigem Strom – wie durch die Gleichstromleitung – sinnvoll, vielmehr müsse das Augenmerk auf das Nutzen des Überschussstroms zum Füllen der „Stromtäler“ gelegt werden. Mit der HGÜ werde der überschüssige Strom ins Ausland exportiert. Der Netzentwicklungsplan 2013 beschreibt Stromexport in Länder wie Schweiz, Niederlande, Polen und Frankreich. Diese Abnehmer werden in kurzer Zeit wegfallen, da sie ebenfalls die regenerativen Energien ausbauen.

Kritisch für das Gelingen der Energiewende sahen die Teilnehmer auch die neu eingeführte Ausschreibungspflicht für Solar-Freiflächen. Damit würden Bürgerprojekte faktisch unmöglich.

Zum Schluss dankte BI-Mitglied Michaela Hermann Bulling-Schröter für ihre Gesprächsbereitschaft und die Informationen und lud sie zum Vortrag von Christian von Hirschhausen am 20. Februar um 19.30 Uhr in die Diepoldhalle nach Marxheim-Schweinspoint ein.