Ingolstadt

Trasse zum Klinikum wird zur Chefsache

OB Lehmann will persönlich mit den Gerolfinger Bauern sprechen, ob sie nicht doch Flächen verkaufen

12.03.2013 | Stand 03.12.2020, 0:23 Uhr

Ingolstadt (reh) Momente wie diesen gestern am späten Nachmittag hat OB Alfred Lehmann in seinen mehr als zehn Jahren an der Stadtspitze nur ganz wenige erlebt. Sagt er zumindest. Der Rathauschef stellte selbst den Antrag, dass ein Thema noch einmal von den Fraktionen durchgekaut wird, ehe die Stadträte im Sitzungssaal darüber abstimmen.

Bei der umstrittenen Anbindung des Klinikums von der Ochsenmühlstraße im Westen aus war aber auch für ihn dieser Fall gegeben. „Ich habe noch ein Gespräch mit den Landwirten“, kündigte er an. Lehmann macht die Angelegenheit also zur Chefsache. Zu verfahren scheint die Lage westlich Friedrichshofens, wo sich die Stadträte einfach nicht auf eine der drei vorliegenden Varianten festlegen wollten.

Über welche Trasse soll der Klinikumsparkplatz für Sanka, Krankenhausmitarbeiter und Besucher erreichbar sein? Zur Auswahl stehen zwei schmale Feldwege und die alte Kriegsstraße nördlich des Golfplatzes. Doch große Begeisterung löste nichts davon aus. Die SPD könnte sich „den sanften Ausbau“ der Kriegsstraße vorstellen, sagte Sprecher Manfred Schuhmann. „Das ist aber auch eine der schönsten Streuobstalleen, die wir in Ingolstadt überhaupt noch haben.“ Für ausgebaute, asphaltierte Feldwege („Provisorien“) können sich die Genossen nicht erwärmen. Ihre Meinung insgesamt: „Die Sache ist sehr unausgegoren.“

Die Kriegsstraße stößt wiederum bei der CSU auf Ablehnung. Sie würde erstens einen großen Umweg zum Parkplatz verlangen. Außerdem: „Ein sanfter Ausbau ist dort nicht möglich“, glaubt Karl Spindler, Stadtrat aus Friedrichshofen. Die Christsozialen tendieren mit den FW zum nördlicher gelegenen Feldweg, der direkten Strecke von der Ochsenmühlstraße zum Klinikum.

Die Hoffnung lebt, dass dieser Weg mehr als nur vier Meter breit geteert werden kann. Die Grundbesitzer, alles Gerolfinger Bauern, hätten sich bisher angeblich „kategorisch geweigert“, weitere Flächen neben der Straße an die Stadt abzutreten. Hier will OB Lehmann also im persönlichen Gespräch ansetzen. CSU-Sprecher Hans Achhammer, ein bekennender Gerolfinger, hat schon vorgefühlt. „Es hat jetzt in den Gesprächen mit den Landwirten nicht den Eindruck gemacht, als hätten wir keine Chance, doch noch einen der Feldwege zu bekommen.“

Allerdings ist auch klar: Diese Anbindung soll nur vorübergehend bestehen, bis das Baugebiet Friedrichshofen-West komplett entwickelt ist.