Kelheim

Tierhilfe Kelheim spürt die Krise

01.04.2020 | Stand 02.12.2020, 11:37 Uhr
Laura Schabenberger

Kelheim - In vielen Städten und Ländern geben Menschen ihre Vierbeiner ins Tierheim.

Sie fürchten, dass ihr felliger Freund das Coronavirus auf sie übertragen könnte. Dieses Bild zeichnet sich in Kelheim nicht ab: "Bisher haben wir deswegen noch kein Tier bekommen. Wir machen aber auch darauf aufmerksam, dass Tiere das Virus nicht übertragen", erklärt Monika Pledl von der Tierhilfe Kelheim.

Pledl kann sich vorstellen, dass die Vierbeiner einiger Senioren während der Pandemie bei der Tierhilfe ankommen: "Eventuell müssen ältere Menschen ins Krankenhaus und haben dann niemanden, der sich um ihr Tier kümmert. "

Obwohl Menschen bei der Tierhilfe aus Angst vor Corona keine Hunde, Katzen oder Kleintiere abgeben, spürt die Organisation dennoch Auswirkungen des Virus: Zum einen möchte niemand mehr Tiere zu sich nehmen. "Wer zum Beispiel eine Katze holt, sieht sie sich zuvor an und kommt dazu in die Wohnung", erzählt Pledl.

Weil die Tierhilfe Kelheim kein Tierheim hat, sind viele Katzen, Hunde und Kleintiere - wenn sie nicht im Katzenhaus oder im Zwinger unterkommen - bei privaten Pflegern. Bei solchen Kennenlerntreffen sei es schwierig, den Mindestabstand einzuhalten. "Außerdem ist das kein unverzichtbarer Termin", fügt Pledl in Bezug auf die Ausgangsbeschränkung an.

Zum anderen spürt die Tierhilfe das Virus in finanzieller Hinsicht: "Alle Märkte fallen aus, bei denen wir sonst mit einem Stand vertreten sind", sagt Pledl. Die Organisation bietet bei solchen Veranstaltungen normalerweise Lose für eine Tombola an und sammelt so Geld für Vierbeiner. Darüber hinaus musste die Tierhilfe ihren Flohmarktladen in Kelheim aufgrund des Virus schließen. "Wir haben von Haushaltsauflösungen Ware bekommen und dort verkauft. Jetzt fehlen uns hier Einnahmen, die Miete läuft aber weiter", erklärt Pledl. Zudem schätzt sie die Spendenbereitschaft der Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie als gering ein: "Ich fürchte, sie spenden jetzt weniger, weil sie nun andere Sorgen wegen des Virus haben. "

Pledl betont jedoch auch, wie wichtig tierische Freunde gerade in dieser Krise sind: "Menschen haben daheim oft niemanden außer ihren Hund oder ihrer Katze. Die Tiere geben Halt. " Vierbeiner würden Nähe schenken, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Pledl erinnert: "Gassi gehen ist erlaubt - nur nicht mit fünf anderen Personen. "

DK

Laura Schabenberger