Pfaffenhofen

Tafel-Arbeit notwendiger denn je

Kundenzahlen steigen – aber die vorhandenen Lebensmittel werden weniger

21.04.2015 | Stand 02.12.2020, 21:24 Uhr

Die Leitung von Tafel und Förderverein wurde getrennt: Unser Foto zeigt den alten und den neuen Vorstand. - Foto: E. Steinbüchler

Pfaffenhofen (SZ) Auch wenn die Region Pfaffenhofen wirtschaftlich floriert – die Pfaffenhofener Tafel wird mehr denn je gebraucht. Die Kundenzahlen steigen ständig, nicht zuletzt auch durch die vielen Asylbewerber. Auch die Zahl der Kinder unter den Tafelkunden ist so hoch wie noch nie.

Andererseits gehen die Waren zurück, die die Mitarbeiter an die Bedürftigen ausgeben können. Tafel-Leiterin Gudula Langmaier wies während der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im evangelischen Gemeindezentrum auf die wachsenden Probleme hin, mit denen die Tafel zu kämpfen hat.

Kundenbetreuer Günther Haberer verdeutlichte die Problematik mit eindrucksvollen Zahlen. So hat die Tafel aktuell 272 Kunden, darunter 137 Familien mit bis zu sieben Kindern. Insgesamt versorgt die Tafel 603 Personen, und zwar 359 Erwachsene und 244 Kinder. Jede Woche holen durchschnittlich 178 Kunden Essenspakete für insgesamt 410 Personen an den Ausgabestellen der Tafel ab. „Das sind 53 Prozent mehr Kunden als vor drei Jahren“, betonte Günther Haberer. An den Außenstellen in mehreren Landkreisgemeinden hat sich die Kundenzahl sogar fast verdoppelt.

Im laufenden Jahr hat die Tafel bereits 65 neue Kundenausweise ausgestellt, davon 34 an Flüchtlinge. Im Jahr 2012 waren unter den Tafelkunden nur zwei Asylbewerber; heute sind es 60. Auch sprachliche Probleme der Flüchtlinge sowie unterschiedliche Essgewohnheiten erschweren die Arbeit der Mitarbeiter. Noch weit gravierender allerdings ist der Rückgang der Lebensmittel, die die Tafel überhaupt zur Verfügung hat. Zwar gibt es nach wie vor eine Reihe ganz wichtiger regelmäßiger Lebensmittel- und auch Geldspenden, doch es fehlen zunehmend Waren aus Supermärkten. Durch knappere Kalkulation und einen günstigen Abverkauf ablaufender Lebensmittel bleibt dort offensichtlich weniger Überschuss. Und Waren, die das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben, werden zunehmend entsorgt, auch wenn die Lebensmittel noch einwandfrei sind. Wenn es für die Tafel möglich wäre, die ablaufenden Waren täglich mit dem Kühlauto abzuholen, könnten wahrscheinlich mehr Lebensmittel gesammelt werden, doch dafür fehlen die personellen Kapazitäten.

Gudula Langmaier drückte ihre Freude darüber aus, dass die Bayernwerk AG weiterhin das Tafelhaus am Draht kostenlos zur Verfügung stellt. Sie bedankte sich bei allen, die die Tafel mit Spenden unterstützen. Einige Spenden, die für ein neues Kühlauto gesammelt wurden, liegen jetzt zweckgebunden auf dem Tafelkonto, da das Kühlauto noch einmal repariert werden konnte.

Einen herzlichen Dank richtete die Tafel-Leiterin an alle 106 Ehrenamtlichen, die an den fünf Ausgabestellen in Pfaffenhofen, Hohenwart, Reichertshausen, Rohrbach und Wolnzach tätig sind: „Die Mitarbeiter sind toll! Und bei Bedarf sind sie immer zu Mehrarbeit bereit.“ Seit der Gründung vor zwölf Jahren ist die Mithilfe ungebrochen, erläuterte Langmaier und freute sich auch über das Engagement von drei Hipp-Azubis, die die Ehrenamtlichen seit September regelmäßig unterstützen.