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FCI-Linksverteidiger Franke kehrt bei Viktoria Köln nach Gelb-Rot-Sperre zurück

09.10.2020 | Stand 02.12.2020, 10:23 Uhr
Auf drei Einsätze bringt es Neuzugang Dominik Franke bislang für die Schanzer. Der Linksverteidiger fand sich überraschend schnell beim FCI zurecht und kehrt in Köln zurück, nachdem er das Derby gegen Unterhaching gesperrt verpasst hatte. −Foto: Meyer

Ingolstadt - Im Sportwagen von Hauptsponsor Audi tastete sich Dominik Franke am Donnerstag an seine fahrerischen Grenzen heran, auf dem Rasen will der Neuzugang des FC Ingolstadt nach seiner Gelb-Rot-Sperre ebenfalls wieder ans Maximum gehen.

 

"Wir müssen Biss zeigen und dem Gegner unser Spiel aufzwingen", fordert der Linksverteidiger vor dem Auswärtsspiel bei Viktoria Köln an diesem Sonntag (14 Uhr/Magenta Sport).

Wenn Franke über seine ersten Wochen bei den Schanzern erzählt, wird sofort klar, warum er unter Trainer Tomas Oral sofort einen Stammplatz auf der linken Abwehrseite eroberte. "Man darf sich nie zufriedengeben", sagt der Abwehrspieler beispielsweise. Er wolle seine "Seite dicht machen, einfach spielen und sich mutig nach vorne mit einschalten", ergänzt der Sachse. Zudem habe der FCI nach sechs Punkten aus drei Spielen erst "ein bisschen von dem gezeigt, was wir uns vornehmen".

Sein Chefcoach hätte es wohl nicht viel anders ausgedrückt. Doch Oral schätzt den Linksfuß, der am Montag 22 Jahre alt wurde, freilich nicht nur wegen derselben verbalen Herangehensweise. Franke fand sich in seinen bislang drei Einsätzen erstaunlich schnell zurecht und überzeugte als fleißiger Antreiber. Als "mannschaftsdienlich" bezeichnet Oral den Linksfuß, der "mit Dynamik ins letzte Drittel gehen" soll.

Dass Franke, der in der vergangenen Saison vom VfL Wolfsburg an den damaligen Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden (11 Spiele, 0 Tore/2 Vorlagen) verliehen war, bei den Schanzern sofort ein zentraler Baustein wurde, habe den 22-Jährigen "ein Stückchen" überrascht. Doch nach seiner ersten Torvorlage im Eröffnungsspiel gegen den KFC Uerdingen (2:1) habe er "gleich gesehen, dass was geht. Ich fand es super, dass er (Trainer Oral, d. Red. ) mich gleich reingeworfen hat und mir das Vertrauen geschenkt hat. Das hat mich stark gemacht. "

Sein Platzverweis beim Halleschen FC (2:0) soll dabei nur ein kleiner Dämpfer gewesen sein. "Ich schieße mit dem Pfiff den Ball weg, und drei Hallenser stürmen sofort auf den Schiedsrichter zu", schildert der Linksverteidiger die Szene. "Für mich als junger Spieler war das schwierig, das zieht einen schon runter. Aber das gehört zum Lernprozess dazu" , ergänzt er. Auch Oral zeigt sich milde. "Ich musste ihm nicht den Kopf waschen, das war eine unglückliche Situation. Er hat sich darüber selbst am meisten geärgert", berichtet der 47-Jährige.

Während Franke dem Tabellenvierten im Sportpark Höhenberg wieder zur Verfügung steht, plagen die Schanzer in der Offensive weiter große Sorgen. Kapitän Stefan Kutschke, Vorjahres-Topscorer Dennis Eckert-Ayensa und Rückkehrer Thorsten Röcher fallen erneut aus. Zudem steht Ilmari Niskanen wegen seiner Abstellung für die finnische Nationalmannschaft nicht zur Verfügung (siehe Kasten).

"Sie fehlen uns natürlich schon", sagt Oral über Kutschke und Eckert-Ayensa, die in der Vorsaison gemeinsam auf 27 Tore und 12 Vorlagen gekommen waren. Mit Fatih Kaya, Justin Butler, Caniggia Elva oder Maximilian Beister habe er im Angriff aber "interessante Alternativen". Bei der Niederlage gegen die SpVgg Unterhaching (0:1) konnte sich jedoch keiner wirklich in Szene setzen. Oral mahnte zu mehr Ruhe im Aufbauspiel und monierte zu viele technische Fehler.

Einer, der diese Unzulänglichkeiten beheben könnte, ist Marc Stendera. Doch Oral will den "Königstransfer" der Schanzer weiter "behutsam aufbauen" und lässt offen, ob der 24-Jährige zu seinem ersten Startelf-Einsatz seit fast einem Jahr kommt. Zwar bringe der technisch versierte Mittelfeldspieler "Ruhe ins Spiel und gibt uns mit seiner Qualität eine andere Duftnote". Aber: "Man sieht, dass er in den vergangenen Monaten und Jahren wenig Wettkampfpraxis hatte. Wenn wir ihn zu früh reinwerfen, ist die Delle umso größer", bremst Oral.

Stattdessen nimmt der Ingolstädter Trainer die gesamte Mannschaft in die Pflicht. "Wir spielen oft mit zu viel Risiko und sind in unseren Aktionen schon einen Schritt weiter", sagt Oral und fordert: "Wir müssen im einfachen Spiel sauberer werden. " Bei Franke scheint dieser Appell schon mal angekommen zu sein.

DK

 

Julian Schultz