Ingolstadt

September geizte mit Sonne

Spätsommer fiel diesmal aus - er machte einem frühen Herbsteinzug Platz

09.10.2017 | Stand 02.12.2020, 17:23 Uhr
Schon sehr schnell wechselten heuer die Bäume wie hier am Baggersee die Farbe und warfen in diesem Fall ihre gelben Blätter ab. −Foto: Hasuer

Ingolstadt/Kösching (DK) Ein Sommer, der zum Schluss stark nachließ und ein Herbst, der enttäuschend begann: Die Wetterlage im September war bei uns nicht dazu angetan, große Begeisterung zu wecken. Dass der Monat beim Temperaturmittel unter dem Langzeitmittel lag, sagt schon genug.

Astronomisch und damit auch kalendarisch gehören zwei Drittel vom September noch zum Sommer, meteorologisch gilt er aber bereits als erster Herbstmonat. Weil es Jahre gibt, in denen der neunte Monat des Jahres sogar noch in heimischen Breiten viel Sonne und Wärme bietet, sind die Erwartungen zum Ausklang des Sommers hierzulande stets hoch - um dann das eine oder andere Mal enttäuscht zu werden.

Diesmal war das so. Mit einer (leicht) überdurchschnittlichen Regenmenge und unterdurchschnittlichen Sonnenstunden und damit auch Temperaturwerten hat sich der September herbstlicher gezeigt als von vielen gewünscht. Kalte Luft, die vom Nordatlantik in den warmen westlichen Mittelmeerraum zog, setzte in der ersten Monatshälfte über Norditalien und dem Alpenraum eine regelrechte "Regenmaschine" in Gang, deren Auswirkungen auch noch in Süddeutschland zu spüren waren.

Weil es häufig dichte Wolkendecken gab, drang die Sonne seltener durch als in den meisten Jahren zum Ausklang der warmen Jahreszeit. An der Köschinger Messwarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD), deren Aufzeichnungen stets Grundlage des monatlichen DK-Wetterrückblicks sind, wurden diesmal im September nur 109,1 Sonnenstunden gezählt, während das Langzeitmittel bei 165,1 Stunden, also wesentlich darüber, liegt.

An sieben Tagen, sechs davon in der ersten Monatshälfte, wurde nicht einmal oder gerade mal eine Stunde Sonnenschein registriert - viel zu wenig, um zu spätsommerlichen Lufttemperaturwerten zu kommen. Die Grafik belegt, dass das Maximum über weite Strecken des Monats tagsüber nicht mehr an die 20-Grad-Marke heranlangte, diese wurde auch nur an drei Tagen erreicht bzw. leicht überschritten. Wärmster Tag war der 5. September mit gerade mal 22,6 Grad in der Nachmittagsspitze; der Tiefpunkt der Quecksilbersäule wurde an der Messwarte in der Nacht zum 22. September mit gerade noch 4,8 Grad erreicht. Am Boden ging es naturgemäß noch etwas weiter herunter. Hier lag das Minimum bei 2,8 Grad, gemessen in der Nacht zum 21. September.

Für das Monatsmittel (12,2 Grad) bedeutete diese magerere Temperaturausbeute eine Abweichung gegenüber dem statistischen Langzeitmittel um 1,2 Grad - nach unten, wohlgemerkt. Angesichts der Tatsache, dass die Mittelwerte aller Monate des Jahres in jüngerer Vergangenheit eher nach oben tendiert haben, ein bemerkenswerter Ausreißer.

An Niederschlag fielen an den 30 Septembertagen in Kösching 62,8 Liter pro Quadratmeter vom Himmel - dosiert auf 16 Tage. Nur zweimal (nämlich an den ersten beiden Tagen des Monats) wurde die Zehn-Liter-Marke überschritten. Insgesamt wurde das statistische Monatsmittel (54,5 Liter) um rund 15 Prozent übertroffen, was für sich genommen sicher noch kein Beinbruch gewesen wäre. Der September kann deshalb nicht als wirklich verregnet gelten, er hatte aber einfach viel zu wenig Sonnenschein im Gepäck.