Osterzhausen

Segen für das Zwei-Millionen-Bauwerk

Seit Kurzem ist die Osterzhausener Kläranlage in Betrieb

23.10.2015 | Stand 02.12.2020, 20:39 Uhr

Besonderer Tag für Pöttmes: Bürger wie geladene Gäste nahmen an der Inbetriebnahme der zwei Millionen Euro teuren Kläranalge in Osterzhausen teil. - Foto: kx

Osterzhausen (SZ) „Heute ist ein besonderer Tag für Pöttmes“, meinte Bürgermeister Franz Schindele bei der offiziellen Inbetriebnahme der Kläranlage in Osterzhausen. Mit dem Zwei-Millionen-Projekt sind nun alle Pöttmeser Ortsteile an die öffentliche Kanalisation angeschlossen.

Recht zahlreich folgten die Einwohner von Osterzhausen und Ebenried der Einladung zur Segnung der neuen Kläranlage, bestand doch damit auch die Möglichkeit, sich über das zwei Millionen Euro teure Projekt zur Abwasserentsorgung zu informieren.

Als besondere Gäste begrüßte Bürgermeister Franz Schindele neben den Bürgern Achim Schubarth vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth, Rupert Mayr senior vom gleichnamigen Büro sowie Pfarrer Thomas Rein. Nun werde ein weiterer wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet, so Schindele, der auf die durchaus bewegte Vorgeschichte einging. Bereits vor über 20 Jahren hatte das Wasserwirtschaftsamt moniert, dass die Kläranlage in Osterzhausen nicht funktioniere und mit dem Entzug der wasserrechtlichen Genehmigung gedroht.

Die zunächst angedachte Lösung, das Abwasser von Osterzhausen und Ebenried nach Pöttmes zu pumpen, schied schnell aus. Stattdessen verfolgte man seinerzeit das Konzept der von den Bürgern favorisierten Pflanzen- beziehungsweise Feuchtgebietskläranlage. Da die neuesten Erfahrungen allerdings zeigten, dass die Grenzwerte nur mit einer zusätzlichen Nitrifikationsanlage (Kosten 250 000 Euro) zu erreichen sind, wurde auch dieses Konzept aus Kostengründen nicht weiter verfolgt.

Die zwischendurch favorisierte und durchaus kostengünstigere Variante, die Druckleitung, die das Heimpersdorfer Abwasser in die Baarer Kläranlage pumpt, nach Süden zu verlängern und sich an der Kläranlage in Baar zu beteiligen, scheiterte wiederum am dortigen Nein, weshalb man sich schließlich zum Bau der biologisch-mechanischen Anlage entschloss – vermutlich gerade noch rechtzeitig, denn: Zuschüsse, von denen Pöttmes immerhin 611 000 Euro erhielt, sind mittlerweile gestrichen. So kommt das Abwasser aus Ebenried nun via Druckleitung und das Osterzhausener Abwasser im Freispiegelkanal zur Anlage an der kleinen Paar. „Viel ist von den zwei Millionen nicht zu sehen, das meiste Geld steckt im Boden“, so Schindele.

Einen Wermutstropfen gab es dann doch noch zu verkünden: Der Fremdwasseranteil in der Kanalisation ist zu hoch. Das Leck muss noch gesucht und beseitigt werden. Der Bürgermeister nutzte die Möglichkeit, um mit Andreas Ehleider den Nachfolger für den in Kürze in den Ruhestand tretenden Klärwärter Helmut Drittenpreis vorzustellen. Nach dem kirchlichen Segen durch Pfarrer Thomas Rein war dann ausreichend Gelegenheit, das Bauwerk zu besichtigen und die Klärwärter nach technischen Daten und der Wirkungsweise der Anlage zu fragen. Im extra aufgestellten und beheizten Zelt gab es mit Würstl und Freigetränken dank der örtlichen Feuerwehr auch eine kleine Stärkung.