Eichstätt

Schüsse im Gemüsebeet

Kuriose Einblicke in die Stadtgeschichte bei "Speichergeflüster" in der ehemaligen Johanniskirche

16.04.2018 | Stand 02.12.2020, 16:33 Uhr
Mit einem selbstgebauten Schießprügel versuchte Gärtner Gröbel einst, unliebsame Eindringlinge von seinen Gemüsebeeten fernzuhalten. Daneben ist noch eine ganze Reihe weiterer geschichtsträchtiger "Dachbodenfunde" in der Johanniskirche zu sehen. −Foto: Knopp

Eichstätt (EK) Es sind wahrlich echte Schätze, die der Förderverein Stadtmuseum Eichstätt für seine Ausstellung "Speichergeflüster" zusammengetragen hat. Bis zum 1. Mai sind in der ehemaligen Johanniskirche am Domplatz rund 20 liebevoll arrangierte Exponate zu sehen - garniert mit teils höchst amüsanten und kuriosen Geschichten dazu.

Da ist zum Beispiel die Anekdote, "wie der Stadtgärtner Gröbel ungebetene Gäste aus seinem Gemüsebeet vertrieb" - nämlich mittels eines obskuren selbstgebauten Schussapparates. Um 1900 gab es auch einen "Eichstätter Sanka", der einer gewissen Kuriosität ebenfalls nicht entbehrte: Damals plagte sich der Arzt Dr. Karl Rug mit einem Hochrad über Kopfsteinpflaster und Lehmstraßen zu seinen Patienten. Auch dieses gute Stück konnte der Förderverein im Originalzustand für seine Ausstellung auftreiben.

Mobil war auch Zahnarzt Dr. Richard Diener - mit seiner Zahn-Tretbohrmaschine. Davon kündet die Geschichte "Wenn der Patient nicht zum Bohrer kommt".

So reiht sich hier eine Geschichte an die andere: "Von der Leuchtenberg'schen Oberjägermeisterei zum Kaufhaus Stoelzl" über "Haushaltsführung will gelernt sein" bis hin zu "Hohes Kreuz und tiefer Fall" - eine wahre Fundgrube nicht nur für Nostalgiker.

Die Ausstellung dauert noch bis zum 1. Mai und hat wochentags von 13 bis 18 Uhr geöffnet und an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr.
 

Jürgen Knopp