Ingolstadt
Schnee und Frost – alles wie immer

12.03.2010 | Stand 03.12.2020, 4:11 Uhr

Ingolstadt (DK) Die zaghaften Frühlingshoffnungen liegen unter einigen Zentimetern Neuschnee begraben. Im März noch Winter? Alles ganz normal, sagen Wetterkenner.

"Wenig aufregend" nennt Volker Wünsche den diesjährigen Ingolstädter Winter, und er muss es wissen. Schließlich sitzt er im Münchner Institut des Deutschen Wetterdienstes an der Quelle. Und die sagt: Mit durchschnittlich -1,1 Grad war es nur wenig kälter als das langjährige Mittel von -0,8 Grad. Etwas weniger Sonne, etwas mehr Niederschlag als sonst, alles normal. Am kältesten war es am 20. Dezember 2009 mit minus 17,8 Grad. Immerhin, eisiger war es zuletzt 1956.

Ähnlich unaufgeregt ist auch Martin Fehringer aus Hettenshausen bei Pfaffenhofen. Seit über 25 Jahren notiert er jeden Tag das Wetter, wie stark der Wind weht und wie viel Niederschlag herunterkommt. Die Daten meldet er einmal im Monat an den Wetterdienst. Er weiß nicht mehr über alle Winter Bescheid, die er je protokolliert hat. "Aber wenn’s extrem war, merkt man sich das schon." Zum Beispiel vor etwa 20 Jahren: "Da kamen im März 30 Zentimeter Neuschnee auf einmal runter, die Stromleitungen sind gerissen." Heuer war der Winter nicht extrem. "Aber er zieht sich schon recht lang raus", meint Fehringer.

Eigentlich sollte es seit Donnerstag schon milder sein und regnen. Das meint zumindest der Buchautor Wolf-Dietmar Unterweger nach einem Blick in den hundertjährigen Kalender. Abt Mauritius Knauer beobachtete im 17. Jahrhundert sieben Jahre das Wetter. Er nahm an, wegen der Planetenbewegungen wiederhole es sich in diesem Rhythmus, und hatte damit für seine Würzburger Gegend eine immerwährende Wettervohersage. "Ich habe das Prinzip weiterentwickelt", sagt Unterweger. Demnach ist vom März nicht mehr viel Frühlingshaftes zu erwarten: winterlich etwa vom 18. bis 23. des Monats. Trefferwahrscheinlichkeit? "70 Prozent", sagt Unterweger.

"Der hundertjährige Kalender taugt nicht als Wettervorhersage", meint dagegen Volker Wünsche vom Wetterdienst. Wegen des Frühlings macht aber auch er wenig Hoffnung: in den nächsten Tagen stark bewölkt mit Regen und zwei bis sieben Grad. "Vom Durchbruch des Frühlings kann man da wohl nicht reden."