Pichl
Schlaue Schleimer

Ein Artenforscher erzählt im Kindergarten in Pichl viel über Schnecken - und hat ein Riesenexemplar dabei

17.10.2019 | Stand 23.09.2023, 9:02 Uhr |
Ob das Rauschen des Meeres bei der Muschel - Artenforscher Michael Schrödl hatte sie dabei - wirklich zu hören ist, wollten die Kinder wissen (links). Eine afrikanische Riesenschnecke (rechts) durften die Kinder auch bestaunen oder sie sogar in die Hand nehmen. −Foto: Schmidtner

Pichl (PK) Hochmotiviert und total interessiert verfolgte die Kindergartengruppe im Pichler Kindergarten die Ausführungen von Professor Dr. Michael Schrödl.

Er ist Artenforscher an der Zoologischen Staatssammlung in München und konnte das schleimige Wesen von Schnecken sehr bildlich vorstellen. Die Gruppe der drei- bis sechsjährigen Kinder wussten auf viele Fragen, die Schrödl stellte, Antworten. Denn die Kinder betreiben mit ihren Erzieherinnen im Hof des Kindergartens ein Schnecken-Hotel. In diesem rund zwei Quadratmeter großen Holzkasten dürfen die Kinder die Schnecken - von der Weinbergschnecke bis zur Bänderschnecke - füttern und natürlich auch deren Verhalten beobachten.

Anhand einer aus Stoff geformten Schnecke erläuterte der Experte das Verhalten und die Glieder dieser Weichtiere. Sicherlich sind Schnecken, die vor allem nachts die Salatpflanzen abfressen, für manchen Gärtner ein Ärgernis. "Schnecken", so Schrödl "sind schlaue Tiere. Sie riechen mit ihren Fühlern ihr Futter. " Als der Schnecken-Experte eine afrikanische Riesenschnecke, die bis zu 30 Zentimeter groß werden kann, aus einem Glaskasten holte, wollte jeder das Tier einmal in die Hand nehmen. Interessant war auch die Aussage, dass Schnecken in freier Wildbahn zwischen zwei und drei Jahre alt werden, dagegen in einem Terrarium, also geschützt vor Fressfeinden, bis zu 20 Jahre. Schrödl betonte, keine Schnecken zu töten, sondern am besten in einer Wiese auszusetzen. Denn viele Schneckenarten sind schon vom Aussterben bedroht. Mit einem selbstgemalten Bild und dem Lied "Hinter der Hecke sitzt eine Schnecke" bedankte sich der Nachwuchs beim Schnecken-Experten.

Max Schmidtner