Ingolstadt

"Schicksalhaftes Geschehen"

EHEC-Erkrankung: Notrufnummer am Klinikum ist Tag und Nacht besetzt – Krippenspiel abgesagt

23.12.2014 | Stand 31.01.2017, 20:38 Uhr
Der Kindergarten St. Rupert in Gerolfing öffnet am Donnerstag wieder. −Foto: Hauser

Ingolstadt (DK) Nachdem drei Kinder aus dem Gerolfinger Kindergarten St. Rupert an dem gefährlichen EHEC-Darmbakterium erkrankt sind, wurde jetzt eine Notrufnummer am Klinikum eingerichtet. Auch der zweite Gerolfinger Kindergarten ist mittlerweile geschlossen.

Der städtische Gesundheitsreferent Rupert Ebner spricht von einem „schicksalhaften Geschehen“ in Gerolfing. Wie berichtet, sind dort drei Kindergartenkinder mit dem EHEC-Bakterium infiziert. Eines ist zur Behandlung in Neuburg, zwei schwerer erkrankte Kinder wurden in die Haunersche Kinderklinik nach München verlegt. Ihr Zustand sei aber stabil, so Ebner. Der Kindergarten St. Rupert wurde desinfiziert, der zweite, städtische Kindergarten in Gerolfing auch geschlossen.

Die Experten des Gesundheitsamtes suchen intensiv nach den möglichen Ursachen für den Ausbruch. „Die Klärung gelingt aber nur ganz selten“, weiß Ebner, der auch Tierarzt ist. Vorrangiges Ziel sei jetzt, weitere Fälle zu verhindern. Ebner hofft, dass keine neuen Erkrankungen mehr auftreten. „Wenn in zehn Tagen nichts mehr nachkommt, ist alles vorbei“, sagt er.

Mittlerweile hat die Stadt eine Hotline zur EHEC-Infektion am Klinikum eingerichtet. Die Telefonnummern (08 41) 8 80 27 50 und (08 41) 8 80 15 10 sind während der Feiertage geschaltet und rund um die Uhr besetzt.

In Gerolfing ist indes nach der ersten Aufregung etwas Ruhe eingekehrt. „Es herrscht keine Panik“, sagt Hans-Jürgen Binner, Vorsitzender des örtlichen Bezirksausschusses. Die Gerolfinger seien natürlich von der Nachricht überrascht worden, und es sei schwer festzustellen, woher der Erreger komme. „Aber jeder ist jetzt halt vorsichtig“, sagt Binner.

Die Stadtverwaltung habe die richtigen Entscheidungen getroffen, sagt Stadtrat Hans Achhammer aus dem Stadtteil. Gesundheitsreferent Ebner habe ihm von den Fällen am Montagabend erzählt, er selbst habe allerdings noch gar nicht mit Bürgern sprechen können, da er zunächst bei der Trauerfeier für den verstorbenen Michael Schels gewesen sei und danach bei einer privaten Weihnachtsfeier. „Eine tragische Sache“, sagt er über die Fälle von EHEC. „Hoffentlich ist es so, dass es sich nicht weiter ausgebreitet hat.“

Die Kirche hat auch reagiert. Am Dienstagvormittag fiel die Entscheidung, den Wortgottesdienst für Kleinkinder sowie die Kinderchristmette an Heiligabend abzusagen. Die Christmette für Erwachsene um 22 Uhr wird dagegen gefeiert. Während des Kleinkindergottesdienstes hätte eigentlich ein Krippenspiel stattfinden sollen. „Die Kinder waren sehr traurig“, sagt Pfarrer Sebastian Bucher über die Absage. „Sie haben ja wochenlang dafür geprobt.“ Aber die Eltern hätten natürlich Verständnis gezeigt, und das Gesundheitsamt habe die Vorsichtsmaßnahme begrüßt. Sollte noch ein Kind mit dem EHEC-Erreger infiziert sein, hätte er sich bei einer solchen Veranstaltung schnell unter den Kindern ausbreiten können. „Zwei Wochen lang können wir jetzt nichts machen“, sagt Bucher. So lange sei die maximale Inkubationszeit. „Aber vielleicht werden wir das Krippenspiel dann mal an einem Nachmittag nachholen.“