Weichering

Saunalandschaft an Weicherings Seen?

Naherholungsverein will vor Entscheidung das Heimatministerium hören - Stellungnahme im Frühjahr

24.10.2017 | Stand 02.12.2020, 17:18 Uhr
Entspannung beim Schwitzen: Auf dieser Grünfläche bei den Weicheringer Weihern könnte bald ein Restaurant mit Saunalandschaft entstehen. Die ersten Pläne beschäftigen derzeit die Landesentwicklung im Heimatministerium. −Foto: Janda

Weichering (DK) Die Pläne für ein Restaurant mit Saunalandschaft bei den Weicheringer Weihern beschäftigen derzeit die Fachleute für Landesentwicklung in Bayern. Eine Entscheidung soll es im Frühjahr geben. Die Vereinsführung steht dem Projekt unterdessen zwiegespalten gegenüber.

Ein großzügig ausgelegter Wellnessbereich mit Erlebnisduschen, finnischer und Erdsauna, Beautybereich und Vitalraum könnte in naher Zukunft scharenweise Gäste in das Naherholungsgebiet Niederforst bei Weichering locken. Dazu kommen ein Restaurant mit Terrasse sowie ein völlig neu gestalteter Parkplatz - insgesamt rund 5000 Quadratmeter Planungsfläche. Soweit der Entwurf, den die Interessenten dem Naherholungsverein vorgelegt haben. Über die Namen schweigt sich Weicherings Bürgermeister Thomas Mack, zugleich Vorsitzender des Vereins, aus. Er geht aber davon aus, dass eine regionale Investorengruppe hinter dem Projekt steht.

Bei ihm und seinen Vorstandskollegen löst die Idee einer Saunalandschaft im Naherholungsgebiet jedoch etwas Bauchschmerzen aus - vor allem wegen der sensiblen Natur. Immerhin ist das fragliche Areal zwischen den beiden Weicheringer Weihern Landschaftsschutz- und FFH-Gebiet, auch ein Biotop wäre von den Planungen tangiert. Aus diesem Grund entschied das Gremium, die Idee zunächst an das für Landesentwicklung zuständige Heimatministerium weiterzugeben. Dort sollen die Fachleute nun entscheiden, ob das Projekt auf dem Gelände überhaupt umsetzbar ist. "Wir sehen das alles relativ kritisch", erklärt Mack. Dennoch bleibt der CSU-Politiker vorerst entspannt. Denn: "Falls die Landesentwicklung Nein dazu sagt, ist ohnehin alles hinfällig."

"Falls die Landesentwicklung Nein sagt, ist ohnehin alles hinfällig."

Thomas Mack, Rathaus- und Vereinschef

 

Im anderen Fall, also mit einem Ja aus dem Ministerium, sähe die Sache hingegen ganz anders aus. "Dann müssen die Vereinsmitglieder entscheiden, der Gemeinderat muss darüber abstimmen und wir müssen die Bevölkerung informieren", sagt Mack. Von der Bewertung des Projekts durch die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen sowie weiteren Fachstellen mal abgesehen. Gleichzeitig macht Mack deutlich, dass die Planungsentwürfe frühestens im Zuge einer Mitgliederversammlung öffentlich gezeigt werden könnten - auch wenn das Vorhaben selbst in der Bevölkerung bereits die Runde macht. Noch gebe es zu viele offene Fragen und Hürden, betont er und warnt vor übertriebenen Reaktionen. Nur ungern erinnert sich Mack an die Proteste, die vor acht Jahren gegen einen Erlebnispark mit Bungeesprungturm an den Weicheringer Seen aufgekommen waren.

Kein Geheimnis macht der Bürgermeister indes daraus, dass die Saunalandschaft für ihn den entscheidenden Punkt ausmacht. "Wenn es nur um ein Restaurant ginge, wären wir wohl sofort dafür", betont er. Denn das Gebäude des Bierstüberls, ein früheres Waaghäuschen zwischen den beiden Gewässern, stellt aus Sicht der Vereinsvertreter ohnehin seit langer Zeit ein Problem dar. Weil es in die Jahre gekommen und eigentlich für eine gastronomische Nutzung nicht ideal ist. Dem geplanten Restaurant samt Sauna müsste das Bierstüberl im Falle einer Realisierung weichen.

 

"Wenn es nur um ein Restaurant ginge, wären wir wohl sofort dafür."

Thomas Mack, Rathaus- und Vereinschef


Gleiches gilt für die jetzigen Parkplätze, die Mack zufolge ebenfalls keine Ideallösung darstellen. "Im Sommer ist das eine Katastrophe", spricht er sich klar für eine Aufwertung aus. Bekanntlich strömen in der warmen Jahreszeit jedes Wochenende bis zu 14 000 Menschen aus der Region an die beiden Seen. Doch dem kleinen Verein mit rund 100 Mitgliedern - darunter neben zirka 70 Einzelpersonen auch der Landkreis, die Städte Ingolstadt und Neuburg sowie die Gemeinden Weichering, Karlskron und Karlshuld - fehlt für einen Umbau der Parkplätze schlichtweg das Geld.