Vohburg

„Sagen Sie einfach Pfarrer Wilson“

Von Indien nach Vohburg: Urlaubsvertretung Adaikalasamy Sagayarai Wilson

31.07.2017 | Stand 02.12.2020, 17:42 Uhr
Wird bis Ende August die Urlaubsvertretung von Pfarrer Thomas Zinecker in Vohburg übernehmen: Pfarrer Wilson. −Foto: Bauer

Vohburg (DK) Mit vollem Namen heißt er Adaikalasamy Sagayarai Wilson. „Aber sagen Sie einfach Pfarrer Wilson zu mir“, sagt der 35-Jährige, der bis 25. August Pfarrer Thomas Zinecker in Vohburg vertritt.

Pfarrer Wilson kommt aus Indien, aus dem südlichen Bundesstaat Tamil Nadu. Seine Heimat ist die Stadt Trichy, etwa 120 Kilometer nördlich von Madurai und mit fast 900 000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in Tamil Nadu.

Vater und Mutter leben noch und verdienen sich als Arbeiter und mit einer eigenen Landwirtschaft – so wie die meisten Menschen in dem flachen Landstrich dort. Denn Industrie gibt es kaum. Es reicht zum Leben, aber reich wird dort niemand. Das Zusammenleben der rund 20 Prozent Christen (Indien hat im Durchschnitt nur 2,5 Prozent) mit anderen Religionen klappt einigermaßen. Pfarrer Wilson hat noch einen Bruder, der verheiratet ist und ein kleines Kind hat. Schon früh zeigte sich bei Pfarrer Wilson, dass er einmal Priester und Missionar werden wollte. So kam er zu einer örtlichen Steylermission. Sein Bischof erkannte bald, was in dem jungen Mann steckt.

Ohne ein Wort Deutsch oder Italienisch zu können, sandte er ihn nach Rom zu einer internationalen Gruppe von Priestern, die dort an der Pontifica Universita Biblicum studieren, um ein Lizenziat (akademische Erlaubnis, selbst an einer Universität Vorlesungen abhalten zu dürfen) in der Heiligen Schrift zu erwerben. Nach einem Jahr Italienisch- und Deutschkurs, denn die Fachbücher dazu müssen in Originalsprache gelesen werden, bei dem er die Abschlussstufe B2 erreichte, begann er sein Studium, das heuer im Herbst zu Ende geht. Dann wird er für zwei Jahre nach Indien in die Mission zurückkehren, bevor er wieder nach Rom geht, um dort das Doktorandenstudium aufzunehmen. Ein Thema hat er noch nicht. Aber es dürfte für jemanden, der zehn Sprachen kann auch nicht problematisch sein. Denn neben seinen Muttersprachen Tamil, Hindi und Englisch spricht er noch Deutsch, Italienisch, und Telugu, die Sprache seines Missionsgebietes an der Ostküste und in ganz Mittelindien. Außerdem versteht er Aramäisch, Hebräisch, Lateinisch und Altgriechisch.

In den Semesterferien bewarb er sich immer bei Diözesen als Urlaubsvertretung, so heuer auch im Bistum Regensburg. Das hat ihn vergangenes Jahr nach Steinbuch und heuer nach Vohburg geschickt.

Gerne erzählt Pfarrer Wilson in bestem Deutsch über seine Heimat, schließlich möchte er hier auch seine Deutschkenntnisse verbessern. „Ich darf mich jetzt schon für den gastfreundlichen Empfang in Vohburg bedanke“, sagt der bescheidene Mann und hofft auf möglichst viele Einladungen und Gespräche.

Wer Kontakt sucht, kann sich an das Pfarrbüro, Telefon (08457) 12 09 wenden.