Ingolstadt

Runderneuerung nach 13 Jahren

Für die künftig vierspurige Ostumgehung Etting sollen zwei Brücken neu gebaut werden

04.10.2013 | Stand 02.12.2020, 23:35 Uhr

Audi im Hintergrund: Der Verkehr, den der zweitgrößte Automobilstandort Europas auslöst, zwingt zur Erweiterung der Umgehungsstraße. Die bestehende Brücke zwischen Etting und Oberhaunstadt soll im Zuge des Ausbaus ersetzt werden - Foto: Rössle

Ingolstadt (DK) Die Ettinger Ostumgehung ist erst 13 Jahre alt. Und doch wirken die Planungen und Prognosen für diese Straße, als wären sie schon vor vielen Jahrzehnten entstanden. Die Verkehrsmagneten Audi und GVZ erzwingen ein Umdenken: 2015 soll der groß angelegte Ausbau der Umgehungsstraße beginnen.

Die Grußworte zur Freigabe der Ostumgehung im Jahr 2000 wirken, als kämen sie aus einer ganz anderen Welt. Der zuständige Staatssekretär im Innenministerium hieß noch Hermann Regensburger, der Eichstätter Landrat Xaver Bittl, der Ingolstädter Oberbürgermeister Peter Schnell und der Wirtschaftsreferent Alfred Lehmann. „Gerade der Ortsteil Etting“, erklärte Lehmann damals, „wird durch den Bau der Umgehungsstraße von einem unzumutbaren Verkehr entlastet und gewinnt an Attraktivität.“ Ob die Ettinger das heute auch so sehen?

Wolfgang Scherer, der städtische Baureferent, will jedenfalls in der letzten Stadtratssitzung dieses Jahres seinen Fahrplan für den rund 20 Millionen Euro teuren Ausbau der Straße vorstellen. „Wenn wir mit dem Grunderwerb kein Problem kriegen, brauchen wir keine Planfeststellung“, hofft der Referent. Da Verhandlungen mit Grundstückseigentümern in Audi-Nähe ihre eigenen Gesetze haben, will die Stadt alles unternehmen, um möglichst wenig private Flächen für die zusätzlichen Fahrspuren zu beanspruchen. Zumindest auf zwei Abschnitten wird das wohl möglich sein. „Mit angelegten Ohren kommen wir gerade noch durch“, glaubt Scherer.

Die städtischen Planer haben das Vorhaben in drei Abschnitte unterteilt. Im Westen (zwischen Einmündung Ludwig-Kraus-/Ettinger Straße und Kipfenberger Straße) ist die Brücke über die Bahnlinie nach Eichstätt das Hauptproblem. „Da sehe ich das größte zeitliche Handicap“, weist der Ressortchef auf die Abstimmung mit der Bahn hin. Das alte Brückenbauwerk soll abgerissen und ersetzt werden. „Die neue Brücke wird deutlich breiter.“ Voraussichtlich wird mit einer Behelfsüberführung gearbeitet, weil die Straße nicht komplett gesperrt werden kann. Künftig bekommen die Autofahrer hier zwei Spuren mehr und die Radler einen kombinierten Weg auf der Ostseite.

Der mittlere Abschnitt auf der Nordseite des Audi-Werks reicht bis zur Einmündung des Schneller Weges. Die angrenzende große Fläche eines Landwirts und der Feldweg neben der Straße sollen „nicht angetastet“ werden, verspricht der Referent. „Wir haben alles getan, um außerhalb seines Grundstücks zu bleiben.“

Im Nordabschnitt bis hinauf zur Stadtgrenze ist die Richtung des Ausbaus vorgegeben: Das parallel laufende ICE-Gleis lässt nur die Westseite zu. Scherer: „Da wissen wir, dass wir von den Eigentümern was brauchen.“ Falls die Landwirte nicht verkaufen wollen, droht ein Planfeststellungsverfahren. Die hoch aufragende Brücke zwischen Etting und Oberhaunstadt muss wohl fallen. „Die werden wir nicht halten können, die wird man erneuern müssen.“ Die gesamte Planung werde noch ein Jahr in Anspruch nehmen. Start der Bauarbeiten soll 2015 sein. Die werden, so Scherer, mindestens zweieinhalb Jahre dauern.