Manching

Roboter auf dem Feld

Bei Manching ist ein FarmDroid im Einsatz, der Aussaat und Unkrautjäten übernimmt

25.03.2022 | Stand 29.03.2022, 3:34 Uhr
Allein auf weiter Flur: der weltweit erste vollautomatische Roboter für Aussaat und Unkrautjäten, hier bei Manching. −Foto: Schmidtner

Manching/Ingolstadt - Die Szene mutet futuristisch an: Wie von Geisterhand geschoben zieht ein komisches dreirädriges Fahrzeug gemächlich, aber millimetergenau seine Bahnen über ein Feld bei Manching - in der sogenannten Dürrau.

Bei dem neuen Gerät handelt es sich um einen sogenannten FarmDroid. Er ist der erste vollautomatische Roboter der Welt, der sowohl die Aussaat als auch das mechanische Unkrautjäten verrichten kann. Eingesetzt wird diese technische Neuerung von Landwirt Christian Froschmeir, der seinen Bio-Landwirtschaftsbetrieb in der Birkenschwaige zwischen Ingolstadt und Karlskron betreibt.

CO2-neutral, biologisch und ökologisch

Bauer, Landwirt, vielleicht jemand mit einer Fernbedienung am Rand des Feldes? Von wegen. Den braucht es nicht (mehr). Die dänische Entwicklung, der Hersteller erklärt: "FarmDroid ist ein neuartiger Agrar-Roboter, der Landwirte effektiv unterstützt, die Kosten für die Aussaat und Pflege von Feldpflanzen zu reduzieren. Dabei schafft sein Einsatz ideale Voraussetzungen, die Landarbeit CO2-neutral sowie biologisch und ökologisch zu gestalten. Der autonom arbeitende Leichtbauroboter automatisiert die Aussaat sowie die kontinuierliche Unkrautbekämpfung auf dem Feld ohne den Einsatz von Chemikalien. "

Übrigens: Auch wenn der Roboter auf dem Bild kompakt wirkt: Der FarmDroid 900 wiegt Kilogramm. Was im Vergleich zu einem sonst eingesetzten Traktor aber unter "federleicht" fällt. Ohne Zutun des Landwirts kann der Roboter 20 Hektar bearbeiten. Coole Eigenschaft des Roboters: Präzision und das geringe Gewicht des FD20 beugen, so verspricht es der Hersteller, Schäden an den Nutzpflanzen durch Spurabweichungen vor und verhindern eine zusätzliche Bodenverdichtung.

Die Beschreibung der Arbeitsmöglichkeiten durch den Hersteller klingt nach Erleichterungen für den Landwirt: FarmDroid FD20, gesteuert von zwei GPS-Antennen, verrichtet vollautomatisch die Aussaat und die Unkrautbekämpfung von Ackerpflanzen - sowohl zwischen den Reihen als auch in der Reihe zwischen den Pflanzen. Jetzt kommt's: Von der Aussaat kennt er die Position eines jeden Samens und weiß, wo er daraufhin hacken soll - und genauso wichtig: wo er nicht hacken soll. Er arbeitet vollautomatisch und muss nicht überwacht werden. Der Roboter stoppt selbst und schickt dem Landwirt bei etwaigen Stopps oder Abweichungen eine Email. Auf diese Weise ist der Landwirt sicher, dass die Arbeit wunschgemäß ausgeführt wird.

Der programmierte Feldroboter gibt dem Landwirt übrigens ständig seine Position durch, ist sogar in der Lage, Unkraut zu jäten, ohne die gesteckten Pflanzen zu beschädigen. Damit entfällt - ökologisch sinnvoll - ein Unkrautvernichtungsmittel. Die Energie nimmt der Roboter aus den Solarzellen, für einen nächtlichen Einsatz ist eine Batterie an Bord.

"Der Roboter ist wirklich eine große Entlastung"

"Hohe Lohnkosten je Hektar, eine ermüdende Arbeit und ein genereller Mangel an manuellen Arbeitskräften in der Landwirtschaft führen dazu, dass es für die Landwirte schwierig ist, finanziell nachhaltige Ackerpflanzen zu produzieren. " Das sagt der Hersteller. Froschmeir bestätigt das. Immerhin muss sich der Kaufpreis von rund 75000 Euro amortisieren. "Der Feldroboter ist wirklich eine große Entlastung. Vor allem, weil er, angesichts des heutigen Fachkräftemangels, die Handarbeit reduziert. Und weil er so auch die Kosten auf dem Felde enorm reduziert. "

Froschmeir überwacht zusammen mit dem Zuckerrübenberater Michael Baumann aus Rottenburg die Arbeit des neuen Feldroboters in Manching. Aber der FarmDroid ist nicht nur in Manching im Einsatz. Laut Froschmeir wird der Agrarroboter in den kommenden Tagen in Neuburg mehr als 18 Hektar Ackerfläche bearbeiten.

DK