Weichering

Riesenthemen im kleinen Weichering

Blick in die Gemeinden: Paketzentrum, B16, Bauland: In Weichering steht in diesem Jahr viel an

16.01.2022 | Stand 20.01.2022, 3:35 Uhr
Es geht voran: Das Baugebiet in der Weingasse, das geplante Paketzentrum, hier eine Einrichtung in Brandenburg, und der neue Wertstoffhof, der auf dieser Fläche entstehen soll, sind Themen in der Gemeinde Weichering. −Foto: Janda/Pleul, dpa-Archiv

Weichering - Finanziell bleibt die Situation in Weichering angespannt. Dennoch rührt sich in der kleinen Gemeinde zwischen Neuburg und Ingolstadt richtig viel. Neben einem Bürgerentscheid über das geplante Paketzentrum stehen erneut das Feuerwehrhaus, die Infrastruktur und das Bauland ganz oben auf der Agenda. Gleichzeitig muss sich die Kommune zum geplanten Ausbau der B16 positionieren.

Rund 2500 Menschen leben in Weichering. Die Themendichte ist für eine Gemeinde dieser Größenordnung allerdings beachtlich. Denn neben den üblichen Kommunalprojekten wie dem Ausbau der Infrastruktur geht es dort heuer auch um ein Paketzentrum der Deutschen Post und um den B16-Ausbau - zwei Maßnahmen von überregionalem Interesse.

Läuft alles nach Plan, haben die Weicheringer in Sachen Paketzentrum wohl schon in den nächsten Monaten die Wahl - beim ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der Gemeinde. "Das passiert auf jeden Fall 2022, ich tippe auf das erste Quartal", sagt Bürgermeister Thomas Mack. Voraussetzung für den CSU-Politiker und seine Gemeinderäte ist allerdings, dass die Post Antworten rund um den geplanten Lärmschutz, Auswirkungen für die Weicheringer Kläranlage, die mögliche Beleuchtung und auch die Verkehrsströme liefert. Sobald klar ist, dass alles grundsätzlich denkbar wäre, soll der Gemeinderat über ein Ratsbegehren, also einen Beschluss, einen Bürgerentscheid initiieren. Und dann sind die Bewohner gefragt. "Wir hoffen, dass dann alle diese demokratische Entscheidung akzeptieren", betont Mack, der dem Projekt grundsätzlich offen gegenübersteht.

Kaum Einflussmöglichkeiten wird der Gemeinderat unterdessen auf den geplante Ausbau der B16 auf vier Fahrstreifen haben. Dennoch wird sich das Gremium demnächst dazu positionieren - und wohl nicht länger auf einer Dreistreifigkeit beharren. Voraussichtlich wird es eher darum gehen, eine Megatrasse samt Standstreifen zu verhindern. Ebenfalls ohne großes Mitspracherecht, dafür aber dem Gemeinderat sehr willkommen: der neue Wertstoffhof, der neben der B16 entstehen soll. Die Einrichtung der Landkreisbetriebe soll ebenfalls in diesem Jahr entstehen - womit ein mehrjähriges Tauziehen endlich enden soll.

Zum Dauerthema scheint hingegen das Gerätehaus der Weicheringer Feuerwehr zu werden. Wie berichtet, ist seit Jahren ein Anbau im rückwärtigen Bereich geplant, um das Problem der beengten Platzverhältnisse zu lösen. Mack rechnet für das Bauwerk mit vier Stellplätzen - davon einer für ein Katastrophenschutzfahrzeug des BRK - grob mit 500000 Euro. Im Gegenzug gibt es natürlich satte Fördermittel. Diese soll die Verwaltung nun als nächsten Schritt abklären. In der Folge ist der finale Beschluss des Gemeinderats zu dem mehrfach vorbesprochenen Projekt geplant. Der Spatenstich könnte daher womöglich noch in diesem Jahr erfolgen.

Das gilt auch für den neuen Geh- und Radweg an der Neuburger Straße in Richtung Westen. Wie berichtet, soll dieser von der Kochheimer Straße aus auf der Südseite bis etwa auf Höhe der Straße Am Wasserwerk laufen, dann auf der Nordseite bis zur Weingasse und schließlich als Schotterpiste bis zum Biberweg. Und auch im Weicheringer Baugebiet selbst könnte es noch heuer losgehen, so wie es in Lichtenau am Unterfeld bereits der Fall ist. Auf dem Areal im Kernort wird zudem eine Tagespflege in einem der geplanten Mehrfamilienhäuser entstehen. Mit dem BRK-Kreisverband hat die Kommune bereits einen Betreiber gefunden. Ende 2023 ist Mack zufolge der Start realistisch.

Zum kniffligen Thema wird das Bauland dennoch. Mit der Frage, wie es nach Bebauung der Flächen weitergehen soll. "Dann beginnt die Suche mehr oder weniger von vorne", so der Bürgermeister, der einige Jahre an den beiden Baugebieten gearbeitet hatte. Klar ist aber, dass es in Weichering dann eher um die Entwicklung im Kern gehen muss. Nachverdichtung lautet das Stichwort, das für Mack und Co. aber auch Probleme birgt. Denn: Nötig sind dafür freilich verkaufswillige Bürger. Der Rathauschef erhofft sich daher auch Denkanstöße von einer Untersuchung der Hochschule München, die derzeit läuft. Und womöglich die Chance, als Kommune selbst gestalterisch tätig zu werden. "Wenn wir die Möglichkeit hätten und auch die nötigen Finanzmittel, dann wäre das der richtige Weg", sagt Mack, der aber um die eingeschränkten Möglichkeiten der Gemeinde weiß - mit Schulden in Höhe von rund sechs Millionen Euro.

Dennoch läuft die Arbeit an der Weicheringer Infrastruktur auf Hochtouren. In Lichtenau steht in Blumenweg, Kurzstraße, Mittlerem Weg und Siedlungsweg die finale Phase der Versickerungstechnik an. Bis Oktober sollen die Firmen dafür Zeit bekommen, die Ausschreibung läuft demnächst. Und beim neuen Gigabit-Förderverfahren für den Breitbandausbau geht es nun in die nächste Phase. "Unser Vorteil ist, dass wir die Weiler bereits mit Glasfaser versorgt haben", so Mack, der zumindest diesen Vorteil der Weicheringer Struktur erkennt. Denn mit Lichtenau, der Osterfeldsiedlung und den Schwaigen hält sich das Ausmaß der Ortsteile in Weichering arg in Grenzen. Gleichzeitig sind Schule und Rathaus bereits mit Glasfaser versorgt.

Sorgen bereits dem Bürgermeister unterdessen schon der Kindergarten in Lichtenau, wo mittelfristig ein Anbau samt Sanierung des Haupttrakts ansteht. Immerhin wird die Einrichtung heuer 30 Jahre alt.

Gleichzeitig will Mack nun die ersten Gespräche über die Gesundheitsversorgung im Ort machen. "Natürlich wollen wir den Arztsitz langfristig halten", betont er, weiß aber, dass Mediziner Friedrich Höche nicht bis in alle Ewigkeit praktizieren wird.

DK

Stefan Janda