Riedenburg

Riedenburger CSU-Vorsitzender Siegfried Lösch zieht Bilanz der Kommunalwahl

10.10.2021 | Stand 15.10.2021, 3:34 Uhr
erv
Geehrt wurden treue Mitglieder (v.l.): Reinhard Blodig (50 Jahre), Ernst Haunschild (25), Sebastian Werner (40), Volker Süß (40), Josef Amann (25), Hannelore Langwieser, Siegfried Lösch, Maximilian Sedlmeier, Tobias Schweiger, Anna Kornprobst, Karin Dachs. −Foto: Erl

Riedenburg - Die CSU-Ortsgruppe Riedenburg zeigt sich gut eineinhalb Jahre nach der verlorenen Bürgermeisterwahl geschlossen und tatendurstig.

Diesen Eindruck zumindest vermittelte die Truppe um ihren Vorsitzenden Siegfried Lösch bei der lange verschobenen Jahresversammlung am Freitagabend.

Die komplette Vorstandsriege war zur turnusgemäßen Neuwahl wieder angetreten und alle wurden von den 22 anwesenden Mitgliedern bei jeweils einer Enthaltung einstimmig und mit großem Zutrauen in ihren Ämtern bestätigt. Die Leitung der Wahl hatte die Vize-Bezirkstagspräsidentin und Vize-Bürgermeisterin aus Mainburg, Hannelore Langwieser, übernommen, assistiert von Annemarie Amann und Ernst Haunschild.

Natürlich nahm die Kommunalwahl im Rückblick des Vorsitzenden und vormals amtierenden Bürgermeisters Siegfried Lösch einen gewichtigen Raum ein. Seine Analyse kommt für die Ortsgruppe zu einem ermutigenden Schluss. "Die CSU hat bei der Wahl 1633 Stimmen für die Partei hinzu gewonnen. Verloren habe alleine ich", attestierte Lösch. Seine Niederlage in der Stichwahl führte er auf das "Negativ-Campaigning mit alternativen Fakten" im Stil von Donald Trump des "empathielosen BGM-Kandidaten aus Altmühlmünster" und des "Bürgermeister-Einflüsterers aus Thann" zurück. Die Leute seien verunsichert worden und der jetzige Bürgermeister habe davon profitiert. "Gratulation, die Taktik ist aufgegangen", sagte Lösch.

Eigene Fehler sieht er darin, in seiner Amtszeit zu viele Projekte umgesetzt zu haben und im Wahlkampf zu "brav" gewesen zu sein. Lösch versicherte, keinen "Grant" auf seinen Nachfolger im Rathaus zu haben. Er sei nach wie vor Mitglied der CWG.

Sein weiterer Tätigkeitsbericht als Vorsitzender seit der Jahresversammlung im Februar 2019 enthielt trotz der Corona-Beschränkungen im Lockdown zahlreiche Aktivitäten, teilweise auf digitaler Ebene.

Kernpunkte waren dabei die Vorbereitungen zur Europa- und zur Kommunalwahl. Die Mitgliederentwicklung zeigt trotz fünf Austritten eine gute Tendenz nach oben. Seit seinem Amtsantritt im April 2011 mit 60 Mitgliedern gehören nun 83 Personen dem Ortsverband der CSU an. Wie Lösch aus einigen Austrittsschreiben zitierte, waren die harten Corona-Regelungen und das Anbiedern an die Grünen von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Hauptgründe für deren Austritt. Im Kassenbericht von Schatzmeister Maximilian Sedlmeier war dann auch nachzuvollziehen, dass die vergangenen Wahlkämpfe deutliche Spuren in der Kassenbilanz hinterlassen haben.

Als Fraktionssprecher der CSU im Riedenburger Stadtrat gab Sedlmeier zudem einen Überblick über die Entscheidungen und Aktivitäten seiner politischen Gruppierung. "Vieles ist in der Amtszeit unseres früheren Bürgermeisters gestartet worden, was jetzt anderen zufällt", sagte Sedlmeier. Auch er kritisierte den Stil während der vergangenen Kommunalwahl. "Es war grenzwertig, was da für ein Wahlkampf geführt worden ist. Wir als CSU wollen nicht unter der Gürtellinie Wahlkampf machen", versicherte er. In Bezug auf die Diskussionen um das Alte Landratsamt kritisierte er, dass bei der reinen Kostenfixierung durch die anderen Gruppierungen der christliche Gedanke für Schutzsuchende außer Acht gelassen werde. "Wir sind sehr nahe an den Menschen, die CSU ist die Partei der kleinen Leute und Ansprechpartner für die Vereine", unterstrich Sedlmeier in seinem Schlusssatz.

Am Ende des Treffens ehrte Lösch noch mehrere Personen für ihre jahrzehntelange Mitgliedschaft in der CSU. Unter Punkt Verschiedenes meldete sich Stadtrat Josef Fuchs zu Wort und bezog sich auf die Spardiskussionen im Stadtrat. "Man kann sich auch zu Tode sparen. Mein Wunsch wäre, dass die Gestaltungsmehrheit im Stadtrat anfängt, Riedenburg zu gestalten und nicht nur zu verwalten", sagte er unter dem Applaus der Anwesenden.

Die Vorstandsriege des CSU-Ortsverbandes präsentiert sich nach den Wahlen fast unverändert. Vorsitzender bleibt Siegfried Lösch, ihm zur Seite stehen weiterhin die drei Stellvertreter Karin Dachs, Anna Kornprobst und Tobias Schweiger. Schatzmeister ist Maximilian Sedlmeier. Neue Schriftführerin ist Sophie Pesl, ihr Vorgänger Matthias Langer übernimmt den frisch geschaffenen Posten des Digitalbeauftragten. Bernhard Sandl und Bernd Aschenbrenner prüfen weiterhin die Kasse.

Als Beisitzer wurden Josef Amann, Friedrich Riemhofer, Adalbert Buchtelik, Reinhard Blodig, Josef Petz, und neu Alfred Schmidtner, Alexander Seidl und Daniel Haimerl gewählt.

Für 50-jährige Mitgliedschaft in der CSU wurden Reinhard Blodig und Eduard Reich (abwesend) geehrt. Seit 40 Jahren sind Sebastian Werner und Volker Süß dabei, für 25-jährige Mitgliedschaft erhielten auch Josef Amann, Ernst Haunschild, Rosi Langer und Nikolaus Pfaller (beide abwesend) eine von Ministerpräsident Markus Söder unterschriebene Urkunde.

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