Aichach

Reisen ins Altmühltal bleiben frustrierend

BC Aichach unterliegt nun auch bei seinem dritten Gastspiel in Eichstätt

26.11.2013 | Stand 02.12.2020, 23:23 Uhr

Am Boden: Auch bei Sebastian Kinzel, dem Toptorschützen der Bayernliga Süd lief in Eichstätt wenig zusammen. Zusammen mit seinem BC Aichach erlitt er am Ende eine 1:4-Niederlage. - Foto: R. Rummel

Aichach/Pipinsried (SZ) Es bleibt dabei:. Über sieben Siege am Stück kommt der BC Aichach in dieser Bayernligasaison nicht hinaus. Wie schon zuvor gegen den FC Pipinsried (1:2) erwischte es den „Serientäter“ nun erneut im verflixten achten Spiel. Groß wundern musste man sich nicht, heißt der „Serienkiller“ doch VfB Eichstätt. An der Altmühl hatte der BCA bereits zuvor zwei Mal verloren (0:2/1:3), weshalb Präsident Volker Weingartner, allerdings eher im Scherz, gemeint hatte, seine Mannschaft werde in der beschaulichen Universitätsstadt „keinen Blumentopf gewinnen“. Entsprechend seiner Uni hat der VfB jetzt den unangefochtenen Tabellenführer der Bayernliga Süd tatsächlich wieder katholisch gemacht. Überraschend war höchstens die Deutlichkeit des Resultats, ein 4:1.

„Eichstätt bleibt für uns eine uneinnehmbare Festung“, musste Aichachs Trainer Marco Küntzel eingestehen. Wobei er sein Team nicht so schlecht sah, wie es das Ergebnis vermuten lässt. „Wir haben ein ordentliches Spiel abgeliefert“, bilanzierte er.

Den Großteil der Schuld für die dritte Saisonpleite luden Weingartner und sein Leitender Angestellter auf das von Steffen Ehwald angeführte Schiedsrichtergespann ab – womit Küntzel damit die starke Eichstätter Leistung keinen Deut schmälern wollte. Warum der Referee aus Unterfranken in einer ultrafuriosen Auftaktphase – 0:1 (4.) Benede, 1:1 (5.) Geyer, 2:1 (9.) Witasek – das Aichacher 2:1 (6.) durch Christian Doll wegen Abseits annullierte, war der kompletten blau-weißen Reisegesellschaft ein Rätsel. Ehwald leistete sich aus BCA-Sicht einige eklatante Fehlentscheidungen. Die Gelb-Rote Karte gegen Franz Hübl (47.) etwa empfanden die Aichacher als „lächerlich“. Bestätigt hinsichtlich ihres vernichtenden Urteils sahen sie sich durch den Schiedsrichterbeobachter, der sich nach dem Schlusspfiff gegenüber Weingartner ähnlich drastisch über Ehwald äußerte.

Anders als in der Vergangenheit, räsonierte Weingartner, sei seine Mannschaft diesmal in Eichstätt vom Anpfiff weg „präsent“ gewesen, habe sofort „Zugriff“ aufs Spiel gehabt. Aber dann habe sich der BCA vielleicht etwas zu lange über Benedes 1:0 gefreut und prompt im Gegenzug das 1:1 kassiert. Schon nach 23 Minuten lag der Gast 1:3 hinten.

„Wenn es in Eichstätt nicht läuft, dann hast du trotz Charakter und Klasse keine Chance – zumal wenn du personell auf dem Zahnfleisch daherkommst wie wir“, stellte Weingartner fest, „man hat wieder gesehen, der VfB hat Bock auf den BCA.“

Nachdem er mit der letzten Aktion des Abschlusstrainings am Freitag umgeknickt gewesen war, musste Stammkeeper Michael Lutz passen. Sein Vertreter Noris Höflmair patzte zwar beim bedeutungslosen 1:4 durch Marco Witasek (84.), an den ersten drei Gegentoren war der Jungspund schuldlos.

„Es war doch klar, dass es uns irgendwann wieder erwischt“, nahm sich Weingartner das Negativerlebnis nicht zu sehr zu Herzen. Und als die Aichacher vom Pullacher 0:1 gegen den VfR Garching hörten, das den BCA-Vorsprung bei zehn Punkten beließ, heiterten sich ihre Mienen gleich wieder auf. „Es gibt halt doch noch ein bisschen Gerechtigkeit“, freute sich etwa Coach Küntzel.

Als Freiluftfinale 2013 steht für den BCA am Samstag die Heimpartie gegen die SpVgg Unterhaching II auf dem Programm. Nach den Wettervorhersagen sei er jedoch skeptisch, dass daraus etwas wird, meinte Weingartner.

Sein Pipinsrieder Kollege Konrad Höß ist zuversichtlicher, was die Austragung des FCP-Kehraus 2013 am Sonntag zu Hause gegen den SV Pullach angeht. „Warum sollten wir nicht spielen“, orakelte der 72-Jährige. Dabei hätten die Gelbblauen allen Grund, vorzeitig in die Winterpause zu gehen. Nur einen lausigen Punkt (beim 2:2 in Raisting) holten sie aus vier Rückrundenpartien, die jüngsten drei Spielen gingen verloren, und nach dem 0:2 in Landshut ist der FCP nur noch Tabellenfünfter. „Wir haben zurzeit keine Mannschaft, alle überschätzen sich. So kommen wir aus dem Fahrwasser nicht heraus“, grummelt Höß.

Zum x-ten Mal in seiner ewigen Regentschaft sieht er sich als einsamer Rufer. Dass er wegen seiner Kritik am Stammtisch angegriffen wird, stößt ihm sauer auf. In der vergangenen Woche hatte Höß ja die Regionalliga als Ziel ausgerufen, was von Spielertrainer Tobias Strobl kritisch kommentiert wurde. Von Kapitän Dominik Schön und Torhüter Tobias Antoni sei er dazu „angestachelt“ worden, sagt Höß, quasi als Motivationsschub. Aber der ist schon in Landshut verpufft.

In der vergangenen Woche hatte Höß mit einer Heizungsfirma einige Tage im Keller des Sportheims an der maroden Heizung geschuftet, damit sich die Spieler am Donnerstag nach dem Training nur ja schön heiß duschen können und vorbereitet sind für die Partie in Niederbayern. „Und dann liefert die Mannschaft so eine Leistung ab“, sieht Höß sein Engagement konterkariert.