Ingolstadt

Raum für Karrieren und Ideen

Coworking in der Region - Gesprächsrunde erläutert Bedeutung und Chancen der neuartigen Arbeitsform

11.06.2021 | Stand 16.06.2021, 3:34 Uhr
Gespräch zum Thema Coworking: Irma-Geschäftsführerin Iris Eberl (von links), Carina Schöffner und Thomas Hirsch (Oaktown), Helge Heinemann (das otto), Franz Glatz (brigk), Markus Käser (Echtland Coworking) und Moderator Thorsten Stark, Leiter der Donaukurier-Lokalredaktion Neuburg. −Foto: Brandl

Ingolstadt - Coworking ist eine moderne Form des gemeinsamen Arbeitens in offen gestalteten Räumen, den Coworking-Spaces.

Sie werden von verschiedenen Berufsgruppen wie Freelancern, Kreativen, von Startups und immer häufiger auch von Firmen genutzt, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Freiraum bei der innovativen Entfaltung ermöglichen wollen. Alles kann, nichts muss, lautet die Devise. Denn auch Netzwerken und gemeinsames Brainstorming kann in einer solchen Community entstehen - bis hin zum womöglich nächsten Startup oder einem Gemeinschaftsprojekt, zu dem sich Coworker zusammenfinden.

Den ländlichen Raum erobern

Was in Metropolen wie Berlin schon gut etabliert ist, soll nun auch den ländlichen Raum erobern. Regional etwa in Eichstätt, Neuburg an der Donau und Pfaffenhofen, wo Coworking-Spaces entstehen. Aber auch in Ingolstadt, wo mit dem digitalen Gründerzentrum brigk ein derartiges Angebot, das mit seinem baldigen Umzug in den Kavalier Dalwigk weiter prosperiert, schon einige Zeit existiert.

Was bedeutet Coworking und welche Chancen bietet es? Das waren Fragen, denen eine Gesprächsrunde jetzt im Pavillon der Region auf der Landesgartenschau nachging. Mit dabei waren Carina Schöffner und Thomas Hirsch vom "Oaktown Office" Eichstätt, Helge Heinemann vom "das otto" in Neuburg, Franz Glatz, Geschäftsführer des brigk, Markus Käser vom "Echtland Coworking" in Pfaffenhofen sowie Iris Eberl, Leiterin der Initiative Regionalmanagement (IRMA). Moderator der Veranstaltung war Thorsten Stark, Leiter der Donau Kurier Lokalredaktion Neuburg. Einen Gastbeitrag steuerte Hans-Peter Sander vom "CoWorkLand" Ammersee Denkerhaus in Dießen bei.

Füllen von Leerstand

Einen Nährboden für Existenzgründer schaffen sei ein Argument, das für Coworking spricht, hieß es. Aber auch das Füllen von Leerstand, sei ein Gedanke, den man in Neuburg hatte.

Im Vortrag war vom dritten Ort die Rede, der neben dem Arbeitsort und dem Lebensort quasi als neuer sozialer Ort im (beruflichen) Alltag Platz findet. Eine Vision lautete, Coworking-Spaces könnten auf dem Land mit Dorfläden vernetzt werden und sich so zu einem neuen Dorfmittelpunkt entwickeln. Der wirtschaftlich rentable Betrieb ist zwar ein Aspekt, jedoch - das ergab sich aus der Runde - ist dies auch abhängig von den jeweiligen Voraussetzungen. "das otto" etwa sei ein gemeinnütziger Verein, der vielleicht einmal die "schwarze Null" anpeile, hieß es. Es müssten aber auch Investitionen getätigt werden. In Pfaffenhofen habe man dazu ein Crowdfunding-Projekt gestartet, hieß es. In Eichstätt, wurde berichtet, habe sich der Eigentümer der Immobilie an der Investition beteiligt.

Vielfältige Berufsfelder

Generell seien die Unterschiede zwischen Coworking auf dem Land und in der Stadt eher gering. Diese gebe es etwa in der Dauer der Nutzung, die auf dem Land in der Regel längerfristig erfolge. Die Berufsfelder indes seien vielfältig: Im ländlichen als auch im städtischen Raum nutzten Coworking-Space Leute wie Bänker, Entwickler, Ingenieure, aber auch Grafiker, Berater, Studierende und sogar Jugendliche und Rentner für ihre Projekte. In Pfaffenhofen wünsche man sich zudem auch Leute wie Autoren und Kabarettisten. Coworking könne dazu beitragen, die ländliche Region zu stärken, lautete eine Meinung. Für junge Leute könne so einen Anreiz geschaffen werden, um sie in der Region zu halten. Es gehe um das "Mithalten mit der Großstadt", wie es hieß.

DK


Michael Brandl