Röckersbühl

Qualitätstrocknung Nordbayern erntet die Früchte der Fusion

Produktionsmenge sinkt im vergangenen Jahr trotz extremer Trockenheit nur um zwölf Prozent - Erfolgreiche Tochterfirmen drehen die Bilanz ins Plus

19.04.2019 | Stand 02.12.2020, 14:09 Uhr
Verabschiedet vom Aufsichtsratsvorsitzenden Matthias Kleemann (rechts) werden die langjährigen Aufsichtsratsmitglieder Andreas Burger (Weidenwang, links) und Gerhard Weiß (Reuth). −Foto: haz

Röckersbühl (HK) "Zwei Extremjahre liegen hinter uns".

So beschreibt Simon Burkhard, Geschäftsführer der Qualitätstrocknung Nordbayern (QTN), die vergangenen beiden Jahre, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Aufgrund der günstigen Witterung wurden 2017 noch Rekordmengen bei der Produktion erzielt. Dann brach im vergangenen Jahr wegen des ausbleibenden Niederschlags in vielen Gebieten die Produktionsmenge um bis zu 30 Produktion ein.

Doch die breit gefächerte Produktpalette und die zahlreichen Standbeine der 4000 Mitglieder starken Genossenschaft machten sich bezahlt, wie Brukhard jetzt bei der dritten Generalversammlung der QTN im Röckersbühler Schützenhaus verdeutlichte. Seit der Fusion ist die QTN mit 140 Mitarbeitern und fünf Standorten in Mittelfranken, Schwaben und der Oberpfalz die größte Trocknungsgenossenschaft Deutschlands. 2016 hatten sich die selbständigen Trocknungen Ellingen, Gunzenhausen, Röckersbühl, Wechingen und Windsbach zusammengeschlossen,

Geschäftsführer Burkhard ging detailliert auf den Jahresverlauf und die Produktionszahlen aus 2018 ein. Die extreme Trockenheit in einigen Regionen des Einzugsgebiets und der damit verbundene Futtermangel führten dazu, dass die produzierte Menge an Grüncobs- und ballen spürbar hinter dem vorangegangenen Jahr zurückblieb. Dass die absolute Produktionsmenge mit knapp 39000 Tonnen am Ende dennoch nur um zwölf Prozent unter dem Vorjahresniveau lag, sei den Vorteilen der Fusion zu verdanken. Während sich in der Oberpfalz die Dürre besonders stark bemerkbar machte, sah es beispielsweise in Nordschwaben deutlich besser aus. Darum wurden Mengen zwischen den Standorten verlagert, freie Kapazitäten genutzt und die Anlagen so besser ausgelastet. Während beispielsweise Wechingen im Vorjahr 109 Prozent seiner Produktionsmenge erreichen konnte, sei Röckersbühl auf nur 66 Prozent gekommen.

Außerdem setzte die QTN auf zahlreiche Produkte, die auch bei Trockenheit noch Erträge bringen. So verzeichnete etwa die Verarbeitung von Maiscobs, Körnermais und Biertreber deutliche Zuwächse. Die Produktionsmenge, die dennoch im Vergleich zum Vorjahr fehlte, wurde letztlich durch Zukäufe in der WB Qualitätsfutterwerk GmbH nahezu ausgeglichen. Die Tochterfirma der QTN ist auf den Handel und die Produktion hochwertiger Mischfuttermittel spezialisiert. Mit rund 47000 Tonnen wurden 2018 rund 14 Prozent mehr Menge als im Vorjahr abgesetzt.

Auch in der zweiten Tochterfirma der QTN, der Energie TG Wechingen GmbH, konnte eine positive Bilanz für das vergangene Jahr gezogen werden. Die Biogasanlage der Firma speiste 2018 über 10000 Megawattstunden Strom ein. Außerdem werden von der Anlage mittlerweile 108 Haushalte mit Wärme versorgt.

Um die Genossenschaft für die Zukunft zu rüsten, gibt es aktuell größere Umbaumaßnahmen an zwei Standorten. In Röckersbühl wird die bisherige Braunkohlestaubverfeuerung auf Gas umgestellt. Außerdem wird eine neue Brennkammer installiert und die bestehende Erdgasstation ertüchtigt. Insgesamt werden dort 240000 Euro investiert, um die Produktions- und Betriebssicherheit weiter zu gewährleisten.

Am Standort Gunzenhausen wird für 1,4 Millionen Euro nahezu die gesamte Trocknungsanlage erneuert und auf den neuesten technischen Stand gebracht. Hier erwartet man sich mehr Energieeinsparungen, höhere Produktionseffizienz und Emissionsverbesserungen.

Auch der Service für die Genossen wird heuer ausgebaut. So bietet die Trocknung eine Mahd- und Schwadlegung ab einer Fläche von mindestens einem Hektar für 45 Euro netto pro Stunde an. Für alle, die ihre Erzeugnisse trocknen lassen wollen, bleibt der Verrechnungspreis unverändert.

Der Vorstandsvorsitzende der QTN, Christian Scheuerlein, erläuterte im Anschluss die Jahresabschlusszahlen. Die Bilanzsumme beträgt demnach rund 16 Millionen Euro. Durch die niedrigere Produktionsmenge seien die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr gesunken. "Das Jahresergebnis ist noch nicht zufriedenstellend. Am einträglichsten sind die Jahre, in denen wir durchtrocknen und die Anlagen voll auslasten können", so Scheuerlein. Doch in der WB Qualitätsfutterwerk GmbH konnte der Rückgang dank eines Rekordhandelsvolumens kompensiert werden. Am Ende bleibt für die QTN ein positives Gesamtjahresergebnis von rund 22000 Euro.

Bei den turnusgemäßen Wahlen wurden dann Matthias Kleemann (Lehmingen), Manfred Schmidt (Frankenhofen), Hans Zeiner (Kleinabenberg) jeweils wiedergewählt und Georg Thumann (Postbauer-Heng) neu gewählt. Ausgeschieden sind die Mitglieder des Aufsichtsrats Andreas Burger (Weidenwang) und Gerhard Weiß (Reuth), dessen Position nicht mehr besetzt wird. Damit wurde der Aufsichtsrat auf zwölf Personen reduziert.