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PS-starke Wagen zaubern Lächeln in die Gesichter

Im Rother Stadtgarten drehte sich das ganze Wochenende "Rund ums Rad"

27.04.2014 | Stand 02.12.2020, 22:46 Uhr

 

Roth (HK) Nicht ganz so verwöhnt vom Wetter wie in den vergangenen Jahren ist am Wochenende Roths neunte Auflage der großen Auto- und Zweiradschau „Rund ums Rad“ gewesen. Einem sonnigen Samstag folgte ein regnerischer Sonntag im Stadtgarten. Trotzdem sprechen die Veranstalter von einem Erfolg, da Tausende von Besuchern kamen.

Los ging es bereits am Freitag mit einer „Warm-Up-Party“ in der Villa Lounge für Aussteller und Gäste, bei der unter anderem Roths stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth Bieber mit der Rotary-Präsidentin Rita Huschka auf gutes Gelingen anstieß. Huschka war es auch, die am Samstagvormittag Nordbayerns größte Autoschau eröffnete.

Sie betonte, dass sich wirtschaftliche Interessen und soziales Engagement nicht widersprechen müssten, schließlich spendeten die Rotarier den Erlös der zweitätigen Veranstaltung einem guten Zweck: zum einen dem Projekt „Gesunde Kids – Ernährungsführerschein“, in dem Kinder der dritten Jahrgangsstufe praktische Ernährungsbildung näher gebracht wird, zum anderen dem „Tierpädagogischen Weg“ der Regens-Wagner-Einrichtung in Zell. Außerdem werden noch vier ausgewählte Jugendkulturprojekte von Schulen im Landkreis Roth unterstützt. Zusätzlich zu den genannten Förderprojekten hat sich der Rotary Club Roth kurzfristig entschieden, ein Projekt der „DKMS – Deutsche Knochenmarkspenderdatei“ aufzugreifen und zu unterstützen. Hintergrund ist die Leukämie-Erkrankung des 27-jährigen Sohnes des Rotary-Pastpräsidenten Werner Mark. Eine Heilung ist nur mehr durch eine Stammzellentransplantation möglich. Der Wunsch des erkrankten Andreas Mark ist es, die Datei für Stammzellenspender der DKMS zu erweitern, um vielleicht sich, aber auch anderen Erkrankten eine größere Chance zum Überleben zu sichern. Deshalb veranstaltet der Rotary-Club Roth zusammen mit den beiden Lions Clubs Roth-Hilpoltstein und Schwabach sowie dem Zonta Club Fränkisches Seenland am Sonntag, 25. Mai, in der Rother Stadthalle einen Aktionstag zur Gewinnung neuer potenzieller Stammzellenspender.

Der stellvertretende Landrat Walter Schnell bezeichnete „Rund ums Rad“ als ein Schaufenster der Wirtschaft der Region und auch Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer war der Meinung, dass auch das „flache Land“ so einiges zu bieten habe. „Auch wenn die Autos weit weg produziert werden, so kommen doch die Verkäufer aus der Region“, sagte Edelhäußer.

Mit Tuba, Akkordeon und Klarinette begleiteten die Hundsgrübbl die Eröffnung, gleich im Anschluss luden die Musicaholics, eine Abordnung des Rother Stadtorchesters, zu einem Konzert ein. Es dauerte gar nicht lange, da wimmelte der Stadtgarten vor Menschen, darunter auffallend viele Familien, die das schöne Wetter zu einem ausgedehnten Spaziergang entlang der unzähligen vierrädrigen Schönheiten und vieler anderer Attraktionen nutzten. „Papa, so einen will ich auch haben“, entfuhr es einem Jungen, als er einen wie von Geisterhand gesteuerten, futuristisch wirkenden Rasenmäher erblickte.

Auch der Vater schien fasziniert von dem exotischen Ausstellungsstück. Allerdings ist dieser sicher nicht als Spielzeug geeignet. Ganz anders die Gefährte, die es in der Stadthalle zu bewundern gab: kleine, dafür blitzschnelle Carrera-Autos, die auf einer 42 Meter langen Carrera-Bahn um die Wette fuhren.

Direkt vor der Halle stand ein kaputtes Auto mit gesprungener Windschutzscheibe. Nicht gerade ein Hingucker inmitten all der blank polierten Schönheiten mit blitzendem Chrom. Aber das Fahrzeug war in Wirklichkeit nur Kulisse für den Sport der Gruppe „CrapMovements“, die an dem Wochenende zu mehreren Demonstrationen ihrer Parkour-Kunststücke einluden. Sie schlugen Salti über das Auto und schlossen diese mit einem lauten Krachen stehend auf der Motorhaube ab.

Die Rother Technikerschule stellte ihr „Erwachsenen-Kettcar“ mit Elektroantrieb vor, das in Projektarbeit entwickelt und gebaut wurde, und kreuz und quer über das Gelände fuhren die Segways, die futuristischen Ein-Mann-Transportmittel, die ebenfalls elektrisch betrieben wurden. Elektro-Autos gab es zwar auch, aber man musste sie suchen – sie waren deutlich in der Minderheit im Vergleich zu den vielen sprithungrigen PS-Monstern, die sich offensichtlich nach wie vor größere Beliebtheit erfreuen – Klimawandel hin oder her.