Eichstätt

Protestbewegung und Musikgeschichte

In Eichstätt wollen die "Hippietage" an Woodstock und die bewegte Zeit der "68er" erinnern

01.10.2019 | Stand 02.12.2020, 12:56 Uhr
Zwischen Vietnam-Krieg und Bürgerrechtsbewegung trafen sich 1969 rund 400000 Menschen auf einem Feld im US-Bundesstaat New York und feierten drei Tage lang friedlich zu Weltklasse-Musik. −Foto: UPI/dpa

Eichstätt (myn) Anlässlich des Jubiläums "50 Jahre Woodstock" werden vom 7. bis 9. November die Eichstätter Hippietage veranstaltet - mit einem Film, einem Vortrag und einem Konzert erinnern sie an die Zeit der "68er".

Den Beginn macht "Woodstock - der Film", der am Donnerstag, 7. November, um 20 Uhr in der englischen Originalfassung im Kino beim Alten Stadttheater in Eichstätt gezeigt wird. Drei Stunden lang gibt es unvergessene Bilder und faszinierende Musik als Wiederauferstehung eines der größten Momente des 20. Jahrhunderts: 1969 versammelten sich fast eine halbe Million Menschen in der Nähe des kleinen Ortes Bethel, um den bedeutendsten Musikern ihrer Generation zuzuhören. Bei dem bekanntesten Konzertereignis aller Zeiten traten 32 Bands und Solokünstler der Musikrichtungen Folk, Rock, Psychedelic Rock, Blues und Country auf, darunter Stars wie Jimi Hendrix, Janis Joplin und The Who.


Am Freitag, 8. November zeigt Christof Cebulla in seinem Vortrag über "Die 68er" seine ganz persönlichen Einblicke in diese Zeit. Der in Eichstätt bekannte Galerist und Buchhändler war damals 20 Jahre alt. In der weiteren Ankündigung des Vortrages heißt es: "Du kannst noch so gepierct sein und mit Tattoos ohne Ende rumlaufen, das ist nichts gegen den Aufreger um 1968, wenn du zwei Monate nicht zum Friseur gingst. Aber man war dann nicht bloß einfach ein Hingucker damals, sondern ein Ärgernis, und die Kommentare aus dem Bodensatz der deutschen Seele, aus dem gesunden Volksempfinden, die hatten es in sich! Nach drüben hätten wir uns scheren sollen, habe ich selber damals gehört, oder gleich: Schade, dass es die Lager nicht mehr gab, wo unsereins hingehört hätte. Nicht nur einmal habe ich es beim Trampen erlebt, wie jemand langsam auf mich zufuhr, um mir aus dem Auto heraus pantomimisch klarzumachen, wofür er mich hielt und was mit solchen wie mir gemacht gehörte - oder wie plötzlich einer dann Gas gab und schadenfroh guckte, wenn ich mich in Sicherheit brachte. Das war die eine Seite der 68er-Zeit. Die andere hieß 'How Many Roads Must A Man Walk Down' oder ganz einfach: 'All You Need Is Love! '". Beginn ist um 20 Uhr im Wirtshaus "Zum Gutmann", Einlass in den Saal um 18.45 Uhr.

Am Samstag, 9. November, steht "Hippie Kammerorchester" auf der Bühne im Gutmannsaal. "Der Zauber und die Kraft der visionären 1970er-Jahre bewegte die Menschen weltweit und brach mit sämtlichen gesellschaftlichen Traditionen. Der Soundtrack dazu ist legendär und spiegelt das Lebensgefühl einer ganzen Epoche wider. Joni Mitchell, Janis Joplin und die Frauenbewegung, die Beatles und fernöstliche Philosophien, die Stones, Rebellion und Drogen, Mrs. Robinson, der Bruch mit der biederen Bürgerlichkeit, Imagine, Solidarität und Pazifismus, Achselhaar und Hippieklamotten, Woodstock, Utopie und sexuelle Befreiung, Demonstrationen, Happenings, Sit-ins. Einfach Come Together! Ruth von Chelius, Ricarda Kinnen und Julia von Miller von String of Pearls begeben sich zusammen mit den Gitarristen und Sängern Hans von Chelius und Calle Dürr auf einen unterhaltsamen Hippietrail und erweisen den Songs und dem Spirit der 1970er stimmgewaltig und groovig ihre Referenzen", heißt es in der Ankündigung. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 18.45 Uhr. Karten für das Konzert gibt es bei bei "Franz Xaver" in der Eichstätter Spitalstadt, Telefon (08421) 89400, direkt im Wirtshaus "Zum Gutmann", Telefon (08421) 904716 oder bei allen Geschäftsstellen des Donaukurier und im Eventim-Onlineshop.