Ingolstadt

Problembaustelle MKKD: Alle hoffen auf solide Verhältnisse

Baureferent berichtet: Kostenentwicklung stabil - Bodenplatte soll Anfang nächsten Jahres gegossen werden

16.10.2021 | Stand 20.10.2021, 3:33 Uhr
Die alte Gießereihalle schwebt derzeit komplett an einem riesigen Stahlrahmen. −Foto: Hammer (Archiv)

Ingolstadt - Gero Hoffmann wusste natürlich, auf was er sich da einlässt: Wenn er sich in Ingolstadt als Baureferent bewirbt und gewählt wird, hat er eine der heikelsten Baustellen Bayerns an der Backe: das Museum für Konkrete Kunst und Design.

So kam es: Hoffmann, der zuletzt im bayerischen Bauministerium gearbeitet hat, ist seit 1. Februar Leiter des Referats VI (Hoch- und Tiefbau). Als eine seiner ersten besonders gehaltvollen Amtshandlungen musste er im Sommer den Weg bereiten, um eine erneute Kostensteigerung auf der Baustelle in und unter der historischen Gießereihalle von fast 15 Millionen Euro durch den Stadtrat zu bringen. Es gelang. Gerade noch. Denn es ist nicht die erste satte Nachfinanzierung, die für das Projekt MKKD fällig wird.

Das vom Stadtrat genehmigte Gesamtbudget liegt jetzt bei 46,9 Millionen Euro. Angefangen hat man mit 25 Millionen, das war bei der Projektgenehmigung 2014. Wie man heute weiß eine utopische Summe - utopisch im eigentlichen Wortsinn: Einer strahlend anmutenden Zukunft zugewandt. 2016 begann man das Werk. Es ging in die Tiefe. Doch immer wieder suchten starke Wassereinbrüche die komplexe Baustelle heim. Weitere Probleme und Unwägbarkeiten erschwerten die Arbeiten. Die 50-Millionen-Euro-Marke rückt näher.

Wird noch mehr Geld nötig, droht die Unterstützung des Stadtrats für das unterirdische Museum abzusacken. Am Donnerstag erfüllte Hoffmann seine Pflicht und berichtete dem Kulturausschuss über den Status quo auf der Problembaustelle. Die guten Nachrichten: Die Archäologen haben ihre Arbeit in der Halle abgeschlossen, nur draußen gelte es noch ein kleines Terrain zu untersuchen. Ein großes Bohrgerät wurde komplikationsfrei in das Baudenkmal manövriert. Dort muss es nun wegen des wässrigen Untergrunds weitere 170 dicke Pfähle in die Erde treiben. Das Bauunternehmen, dessen Arbeit Hoffmann ausdrücklich lobte, sei zuversichtlich, drei Stück am Tag zu schaffen, berichtete er. Das sei eine tolle Leistung. Wenn es gelingt.

Laut Zeitplan wäre das Ende Januar. Dann könne das Gießen der Bodenplatte beginnen. Das werden nochmal spannende Wochen. Wenn es gut ausgeht und die Halle auf einem soliden Fundament ruht, startet der - vergleichsweise - einfache Innenausbau des Museums. "Aber passieren kann immer was", so Hoffmann.

Bei den Kosten habe sich bislang "nichts verändert". 20 Millionen Euro seien schon "abgeflossen", also überwiesen.

Dieses Geld wäre weg, sollte der Stadtrat im schlimmsten Fall beschließen, die Baugrube wieder zuzuschütten. Aber Gero Hoffmann ist Optimist.

DK

Christian Silvester