Schrobenhausen
Örtliche CSU steht hinter Laschet

Funktionäre im Kreis fordern, nun die Themen in den Fokus zu stellen

20.04.2021 | Stand 23.09.2023, 18:06 Uhr
  −Foto: Hofmann, Bernd, München

Schrobenhausen/Neuburg/Waidhofen - Die Würfel sind gefallen: Im Rennen um die Spitzenkandidatur hat Ministerpräsident Markus Söder seine Kandidatur zurückgezogen und seinen nordrhein-westfälischen Kollegen Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union akzeptiert.

Die CSU-Basis im Landkreis kann gut mit dem CDU-Vorsitzenden als ihrem vordersten Wahlkämpfer leben.

"Der Weg war absolut klar", sagt Landtagsabgeordneter und CSU-Kreisvorsitzender Matthias Enghuber. Von Markus Söder sei es ein Angebot an die CDU gewesen, als gemeinsamer Kanzlerkandidat ins Rennen zu gehen. "Am Ende lag die Entscheidung bei der CDU. " Man müsse sehen, dass Armin Laschet ein erfolgreicher Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes sei. "Am Ende habe ich die Entscheidung des CDU-Vorstands auch nicht zu kommentieren", sagt Enghuber. Das Argument, breite Teile der CDU-Basis stünden hinter CSU-Mann Söder, sieht Enghuber durchaus. Der Neuburger betont aber auch, dass der CDU-Vorstand ein gewähltes Gremium sei.

"Markus Söder wäre mit Sicherheit ein guter Kandidat gewesen", meint Peter Banzhaf, der derzeit noch amtierende Schrobenhausener CSU-Ortsvorsitzende. Und Banzhaf glaubt auch, dass Söder in dem einen oder anderen Punkt Deutschland gut hätte repräsentieren können. Dennoch stellt sich auch Banzhaf hinter das Votum des CDU-Bundespräsidiums, dass sich mehrheitlich für Laschet ausgesprochen hat: "Was die K-Frage angeht, ist die CDU die größere Schwester. " Und wenn Markus Söder sich nun dazu entschlossen habe, in der K-Frage nicht mehr weiter zu intervenieren und sich hinter das CDU-Votum zu stellen, dann werde er sich das gut überlegt haben, meint Banzhaf weiter. Natürlich geht er davon aus, dass Söder weiter mache als Bayerns Ministerpräsident. Nicht ganz ausschließen möchte Banzhaf, dass Söder in vier Jahren zur nächsten Bundestagswahl vielleicht einen neuen Anlauf nehmen könnte. Aber bis dahin könne sich ja auch noch viel ändern. Was den Ausgang der Bundestagswahl heuer im September ausgeht, will Banzhaf noch keine Spekulationen anstellen. Es komme darauf an, dass CDU und CSU verstünden, der Bevölkerung nahezubringen, warum sie für die Zukunftsprobleme der Bundesrepublik einfach die besseren Lösungen als die anderen Parteien hätten. Ganz nach Banzhafs Motto: "Ich würde mir wünschen, dass sich die Bevölkerung mehr für die Inhalte als für Personen interessiert. "

Natürlich wäre ihr als CSUlerin Markus Söder lieber gewesen, aber Rita Schmidt steht nun auch hinter Armin Laschet. Die Sprecherin der Kreistagsfraktion und Karlshulder Ortsvorsitzende der CSU attestiert dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten eine hohe Kompetenz, weil er diesen Machtkampf mit seinem Bayerischen Kontrahenten für sich entschieden hat. "Man hat gemerkt, er will das unbedingt. Und das ist gut", sagt Schmidt. Für sie sei es eine logische Konsequenz der Debatten der vergangenen Tage, dass der CDU-Vorsitzende für die Union ins Rennen geht. Dass Markus Söder hingegen zurückzieht, hätte Schmidt nicht erwartet. "Ich dachte, das entscheidet sich auf den letzten Metern. " Nun gilt es laut der Karlshulderin, das Beste aus der Situation zu machen. "Der Wahlkampf wird mit dem Impfen entschieden", sagt sie und hofft, dass Laschet ein besseres Corona-Management voranbringen wird.

Der Waidhofener CSU-Ortsvorsitzende Erwin Kothmayr hatte sich gestern über die sozialen Medien schon an die beiden Konkurrenten gewandt. "Ich habe der CDU gratuliert zu der Nominierung von Erwin Laschet als Kanzlerkandidat und Markus Söder gedankt, dass er zurückgezogen hat", erklärt er. Auch wenn er dem Bayerischen Ministerpräsidenten die Kanzlerkandidatur durchaus zugetraut hätte, ist sich Kothmayr sicher, dass es sehr schwer geworden wäre. "trotz seiner guten Umfragewerte hätte er die Unterstützung der CDU, die er unbedingt gebraucht hätte, nicht erhalten", ist er überzeugt.

SZ

Jürgen Spindler, Sebastian Hofmann