Ingolstadt

Ökologisches Rechenexempel

Deutlich weniger Ausgleichsflächen für das große Friedrichshofener Baugebiet

03.06.2013 | Stand 03.12.2020, 0:04 Uhr

Im Westen liegt die Zukunft: Friedrichshofens Wohngebiete wachsen weiter. An diesem Donnerstag ist der Bebauungsplan erneut Thema im Stadtrat - Foto: Schalles

Ingolstadt (DK) Der Stadtteil Friedrichshofen bekommt nicht nur stadteinwärts ständig Zuwachs durch neue Gewerbebetriebe. Auch im Westen wird er stark expandieren.

Hier ist das derzeit größte Neubaugebiet der Stadtplaner in Vorbereitung. Bis zur Sommerpause sollen rechtlich die Weichen gestellt sein. Das Wohngebiet Friedrichshofen-West hat die politischen Gremien schon mehrfach beschäftigt, das Verfahren steht kurz vor dem Abschluss. Am kommenden Donnerstag tritt kurzfristig nur wegen dieses einen Themas der Stadtentwicklungsausschuss zusammen (14.30 Uhr vor der Vollversammlung des Stadtrates). Obwohl der Entwurf des Bebauungsplanes schon genehmigt ist, sind jetzt noch einmal Korrekturen angesagt. Das Stichwort heißt ökologische Ausgleichsflächen. Klar, dass für die Bebauung so eines Wohnviertels, in dem später etwa 1000 Menschen leben werden, auch einige größere Ökoprojekte vorgeschrieben sind.

Noch im Februar, als die Planung für Friedrichshofen-West vom Stadtrat abgesegnet wurde, hatten die Fachleute eine Ausgleichsfläche von knapp zehn Hektar errechnet. Zum Vergleich: Das Baugebiet ist etwa 14,3 Hektar groß. Während für die Naturschützer der Ausgleichsfaktor gar nicht hoch genug angesetzt sein kann, sind die Grundstückseigentümer eher am Gegenteil interessiert, denn sie müssen einen Anteil an den Ökoprojekten bezahlen.

Vor allem der Bauernverband hat sich aber zwischenzeitlich noch einmal zu Wort gemeldet. Wie berichtet, drängen die Landwirte darauf, dass die Ertragsfähigkeit der Böden künftig bei der „naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung“ stärker berücksichtigt wird. Im Fall Friedrichshofen-West ist laut detailliertem Kartenmaterial des staatlichen Vermessungsamtes die Bodengüte geringer als zunächst angenommen. Konsequenz: Auch der Bedarf an Ausgleichsflächen sinkt deutlich. Die Stadtplaner gehen nun von nur noch 3,7 Hektar aus, die in Form von Wiesen und Aufforstungen in Gerolfing und Irgertsheim ausgewiesen werden sollen.

Mit diesen geänderten Daten werden die umfangreichen Unterlagen des Bebauungsplanes vom 21. Juni bis zum 5. Juli noch einmal im Technischen Rathaus öffentlich ausgelegt. Im kommenden Jahr wird es dann im Westen von Friedrichshofen mit der Bebauung richtig losgehen. Insgesamt sollen dort rund 400 Wohnungen in Mehrfamilien-, Reihen-, Doppel- und Einzelhäusern entstehen.

Wesentlich bescheidener sind dagegen die Pläne für die Neubaugebiete Rothenturm-Eichelanger II, Oberhaunstadt Am Kreuzäcker und Kothau östlich der Irnaustraße. Sie haben die Stadtratsgremien bereits in diesem Frühjahr passiert.