Ammerfeld

Odyssee des Abwassers

Bürgerversammlung in Ammerfeld dreht sich um den rund 2,1 Millionen teuren Neubau des Kanalsystems

11.07.2014 | Stand 02.12.2020, 22:28 Uhr

Ammerfeld (szs) Was in Ammerfelder Toiletten heruntergespült wird, hat eine lange Odyssee vor sich: Über eine Druckleitung fließt es zunächst den Berg hoch nach Kienberg, läuft dort in eine bestehende Leitung ein, dann hinunter nach Trugenhofen und von dort im Kanal an Rennertshofen vorbei nach Stepperg in die Kläranlage. Das Kanalsanierungskonzept für Ammerfeld sieht nun einen neuen Stauraumkanal und Druckleitungen vor.

Die aufwendige Ertüchtigung ist eines der größten aktuellen Projekte der Marktgemeinde.

Bei der Bürgerversammlung in Ammerfeld trafen sich deshalb am Donnerstag rund 50 Interessierte, um sich darüber zu informieren, wie die Sanierung umgesetzt werden soll. 2,1 Millionen Euro werde die Erneuerung nach derzeitigen Schätzungen kosten, erklärte Odo Utschig, geschäftsleitender Beamter des Marktes, auf Nachfrage unserer Zeitung. Schon bei den Kanalbauten in Kienberg habe man in die Zukunft gedacht: „Man hat diese Option für Ammerfeld bereits berücksichtigt“, sagte Utschig. Die Leitungen könnten die zusätzlichen Mengen also bewerkstelligen.

Die Umwege über Kienberg und Trugenhofen sind so gut wie alternativlos. „Sonst müssten wir einen neuen Kanal entlang der Staatsstraße bauen. Das wäre unbezahlbar“, sagte der Beamte. Dementsprechend ruhig und sachlich verlief laut Utschig die Bürgerversammlung. Pumpstation, genaue Kanalführung: Lediglich Detailfragen wurden am Donnerstagabend erörtert.

Die Kosten von 2,1 Millionen Euro werden auf die Gesamtgemeinde umgelegt, so viel ist sicher. Anders als zum Beispiel in Ehekirchen müssen nicht nur die betroffenen Anschlussnehmer zahlen, sondern alle Gemeindebürger als Solidargemeinschaft. Nur wie die Kosten umgelegt werden, muss der Gemeinderat noch entscheiden: Über die Abwassergebühr auf einen Zeitraum von 50 Jahren hochgerechnet? Über einen einmaligen Verbesserungsbeitrag, der anhand von Grundstücksflächen und Geschossflächen berechnet wird? Oder über eine Mischung aus beiden Varianten? Der Ammerfelder Kanal wurde am Donnerstagabend sicher nicht zum letzten Mal beraten.