Ingolstadt

Nur kurze linke Beißhemmung

14.02.2018 | Stand 02.12.2020, 16:49 Uhr

Ingolstadt (reh) Nominell ist es das Hochrangigste, was in Ingolstadt heuer am politischen Aschermittwoch parteiübergreifend zu sehen ist: Das Spitzenduo für die kommenden Landtagswahlen kann sonst keiner aufbieten. Eva Bulling-Schröter will es nach Jahren in Berlin noch einmal in München wissen, ihr Nachfolger als Landessprecher, Ates Gürpinar (33), ist auch hier als Redner nach ihr dran.

Der Tag scheint den Linken zu liegen. Letztes Jahr füllten sie den Theaterfestsaal dank des Besuchs von Gregor Gysi, gestern immerhin Nebenzimmer 4 beim TSV Nord vollständig. Bei knapp 100 Gästen müssen sogar Stühle nachgeholt werden. "Und wenn wir am 14. Oktober in den Landtag gewählt werden, sind wir nächstes Jahr wieder im Stadttheater mit 1000 Leuten!", donnert Bulling-Schröter. Wenngleich: "Es wird richtig schwierig werden mit dem Einzug", muss Gürpinar den Genossinnen und Genossen eingestehen. 2013 kam man auf gerade mal 2,1 Prozent.

Doch die Zeit ist günstig, glaubt die Linke: 100 Jahre Freistaat Bayern werden gefeiert - "von einem Sozialisten, Kurt Eisner, ausgerufen!", so Gürpinar. Entsprechend geprägt ist die Verfassung, aus der beide Redner eifrig zitieren. Und die Erkenntnis: "Wir sind die bayerische Verfassungspartei, nicht die CSU!"

Kampfbereit und bissig sind die Linken, wie die Spitzenkandidaten in zahlreichen Kommentaren und Witzen über den politischen Gegner beweisen. Nur bei einem nicht: "Wenn du so arg am Boden liegst, wie die SPD, dann hast du als Linker Beißhemmung", scherzt Gürpinar. Und beißt dann doch zu.