Parsberg

Nürnberg rückt näher

Kreistag spricht sich geschlossen für eine S-Bahn-Anbindung von Parsberg aus

17.10.2013 | Stand 02.12.2020, 23:32 Uhr

Wird der Bahnhof in Parsberg zur S-Bahn-Station? Wenn es nach dem Willen des Kreistages geht, dann ja - Foto: Sturm

Parsberg (swp) Der Kreistag des Landkreises Neumarkt hat sich bei seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch in Parsberg einstimmig für die Verlängerung der S-Bahn über Neumarkt bis Parsberg, inklusive einer neuen Haltestelle Neumarkt im Bereich Berufsschulzentrum-Fachoberschule ausgesprochen.

Landrat Albert Löhner (CSU) erinnerte daran, dass bereits in den Jahren 2003/2004 bei der Planung der S-Bahn Neumarkt, die Variante mit der Verlängerung der S-Bahn bis Parsberg untersucht wurde. Die gesamtwirtschaftliche Untersuchung habe damals nur einen äußerst knappen Kosten-Nutzen-Faktor erzielt, der keinen Ansatz für weitere Überlegungen für das S-Bahn-Verlängerungsprojekt bot.

Neuere Entwicklungen und Bewertungen hätten nun aber ein deutlich besseres Wirtschaftlichkeitsergebnis gezeigt. Das bestätigte auch der Planungsabteilungsleiter vom Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), Dirk Domhardt. Der ging kurz auf die Entwicklung des S-Bahn-Netzes Nürnberg ein und sprach von einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen. Demnach liege die Zahl der S-Bahn-Nutzer im Korridor Nürnberg-Neumarkt im Mittel bei 7940 Personen täglich.

Laut Domhardt ist eine Verlängerung der S-Bahn-Strecke von Neumarkt nach Parsberg als eigenständiges Projekt nicht förderfähig. Eine grundlegende Voraussetzung sei deshalb eine Erweiterung des bisherigen Netzes, wozu beispielsweise auch eine neue Linie von Nürnberg in Richtung Ansbach-Dombühl gehöre. Voraussetzung sei ebenfalls eine politische Willensbildung des Kreistages, die über den VGN-Zweckverband an den Freistaat heranzutragen sei.

Der Abteilungsleiter beim VGN sagte, dass zunächst die Bewertung eines Gutachters zur „volkswirtschaftlichen Sinnhaftigkeit“ der Maßnahme erforderlich sei, da die Planungskosten nicht unerheblich wären. Falle diese Bewertung positiv aus, könne man in die Planung einsteigen.

Für die CSU-Fraktion sagte Josef Köstler: „Wir begrüßen eine S-Bahn bis Parsberg sehr. Die wäre ein sehr gutes Angebot für die Menschen in Parsberg und in der gesamten Region.“ Sein Parteifreund Jochen Zehender unterstrich, dass die S-Bahn dazu beitragen könne, junge Familien in der Region zu halten.“ Erwin Jung erklärte für die SPD: „Die S-Bahn-Linie würde die gesamte Region enger an Neumarkt und an den Großraum Nürnberg anbinden.“

Roland Schlusche (Grüne) vertrat die Meinung seiner Vorredner und fragte nach der vorgesehenen Taktung. Dazu Domhardt: „Ob 20, 40 oder 60 Minuten, das hängt von der vorhergehenden Untersuchung ab.“ Laut Domhardt ist nicht nur die Taktung wichtig, sondern beispielsweise auch, dass die Bahnsteige und Züge barrierefrei erreichbar wären.

Für die Freien Wähler erklärte Hans Gerngroß: „Wir halten eine S-Bahn-Linie bis Parsberg für eine Bereicherung der Region.“ Einstimmig wurde beschlossen, dass der Kreistag für den Landkreis eine Verlängerung der S-Bahn bis Parsberg sowie eine Haltestelle im Bereich des Berufsschulzentrums in Neumarkt beantragt. Alle im Zusammenhang mit der S-Bahnverlängerung zuständigen Stellen werden um Unterstützung und um Einleitung der hierfür notwendigen Schritte gebeten. Der Kreistag stellt die für die erforderliche Voruntersuchung nötigen Finanzmittel von rund 10 000 Euro zur Verfügung.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde einstimmig die Einführung einer 60-Liter-Biotonne beschlossen und der Senkung der Biomüllgebühren ab dem Jahr 2014 zugestimmt. Die betragen künftig: Für eine 60-Liter-Tonne 48 Euro pro Jahr, für eine 120-Liter-Tonne 96 Euro und für ein 240-Liter-Gefäß 192 Euro. Der Preis für einen Biosack beträgt 40 Cent.

Dabei ist aber nicht daran gedacht, eine Biotonne flächendeckend und mit Anschlusszwang einzuführen. In einem weiteren Beschluss wurde auf Antrag des evangelisch-lutherischen Dekanats Neumarkt Marlene Dietz zum stellvertretenden Mitglied im Jugendhilfeausschuss berufen. Sie folgt auf Pfarrer Christian Schulz.