Altmannstein

"Nüchtern betrachtet hilft nur Alkohol"

Kurzweiliger Abend mit Kabarettist Michael Mathis im Hoferstadel in Altmannstein

13.08.2018 | Stand 02.12.2020, 15:53 Uhr
Einen launigen und lauen Abend verbrachten die rund 130 Kabarettfans im Hofergarten und angrenzenden Hoferstadel. −Foto: Fotos: Baier

Altmannstein (bah) "Nüchtern betrachtet hilft nur Alkohol" heißt das neue Programm von Michael Mathis. Obwohl es natürlich kein Freibier gab, war der Altmannsteiner Hoferstadl an diesem launigen Kabarettabend restlos ausverkauft.

Mit diversen Cocktails, Wein und bayerischem Bier konnten sich die rund 130 Kabarettfans im Hofergarten auf den Auftritt des hauptberuflichen Arztes und musikalischen Kabarettisten aus Beilngries schon einmal vorbereiten. Mit seinem neuen Programm, das er in Altmannstein bereits zum zweiten Mal zum Besten gab, konnte er auch Antialkoholiker begeistern - und ließ dabei seine ärztliche Kompetenz in kleinen Dosen auf witzige Weise einfließen.

Da, wer gesund ist, nur schlecht untersucht sei, und Gesundheit eine Illusion ist, ermunterte er die Zuschauer: "Verdirb dir nicht den Spaß mit Bier und Leberkas." Deutschland sei schließlich doch Weltmeister - und zwar mit 18 Arztbesuchen jährlich, in Schweden seien es nur vier Besuche, ließ er die überraschten Zuhörer wissen. Und statistisch gesehen seien Franzosen öfter erotisch unterwegs, als beim Arzt, was bei 19000 Toten durch Ärztepfusch jährlich die Folgerung zulasse: "Sex ist gesund."

Was Krebs auslöst - von Amalgan bis Tätowierfarbe - und wie Bier als Unkrautvernichter wirkt, erfuhr das Publikum ebenso, wie Erkenntnisse darüber, wie Wasseradern und Handystrahlen das Eheleben beeinträchtigen. Wie Jameda funktioniert, wurde musikalisch erklärt, ebenso gab es Tipps zum Gesichtscremekauf für über 50-Jährige und den Hinweis, dass man Treuepunkte beim Fremdgehen sammeln könne.

Wellness, Lomimassagen und Detoxwahnsinn seien mit Prosecco gut zu ertragen - und wie Schnitzel essende Chinesen unser Leben verändern, besang Mathis eindringlich und unterhaltsam. Religionen und ihre Jenseitsangebote waren ebenso ein wichtiges Thema wie Heimatgefühle, die schließlich beim folgenden Lied "Unser Dorf soll schöner werden" in einer Nasenbeinfraktur endeten.

Am Schluss ließ der singende Arzt alle Lieder Revue passieren, wobei das Publikum begeistert die Refrains mitsang, und erntete dafür tosenden Applaus. Nach diesem kurzweiligen Abend, bei dem viel gelacht wurde, gingen die Besucher auch ein wenig nachdenklich nach Hause - denn mancher war zur Erkenntnis gelangt: Nüchtern betrachtet hilft manchmal nur Alkohol.