Hettenshausen

Nonnen tanzen mit Tod und Teufel

Ausgelassenes Kostümspektakel beim Schäffler- und Musikantenball

11.02.2018 | Stand 02.12.2020, 16:50 Uhr

Tanz der Hoheiten: Das Waidhofener Prinzenpaar Nicole I. und Marcus II. lud beim Schäffler- und Musikantenball zum Walzer ein. Auffällig die kunterbunten Kostüme: Zurück in die 70er blickte eine bestens aufgelegte Hippie-Gruppe aus Pfaffenhofen (unten links), und auf unserem Foto rechts brachte Schneewittchen nicht nur die Zwerge mit, sondern auch die böse Stiefmutter. - Fotos: Herchenbach

Hettenshausen (PK) Mit einer spektakulären Mitternachts-Lichtshow fand der Schäffler- und Musikantenball seinen Höhepunkt: Im stockfinsteren Schrätzenstaller-Festsaal luden Männer mit Lichtschwertern und in neon-blinkenden Schuhen zu einem Höhepunkt im nächsten Jahr ein: dem Schäfflertanz.

Dieser Formationstanz darf nach der über 300 Jahre alten Tradition nur alle sieben Jahre während der Faschingszeit aufgeführt werden, weswegen die zehn Pfaffenhofener Schäffler ihre leuchtend roten Jacken im Kleiderschrank ließen und dezent in pechschwarzen Hosen, Shirts und dunklen Sonnenbrillen auftraten. Umso bunter gekleidet waren die Gäste. Gelbe Hummeln, blaue Vampire, oder lindgrüne Elfen mit zarten Flügelchen hatten die Einflugschneise nach Hettenshausen gefunden und tanzten ausgelassen mit Tod und Teufel zu den heißen Rhythmen der Showband PM5, die Partymugger.

Für viele Faschingsnarren gehört der Besuch des Schäfflerballs schon seit vielen Jahren zum festen Programm in der fünften Jahreszeit. Eine Freundesgruppe aus Weihern und Schweitenkirchen kommt seit sechs Jahren. Diesmal als Protagonisten des Schneewittchen-Märchens: Die kleineren hatten sich mit Rauschebärten, spitzen Kappen, roten Hosen und grünem Wams in Zwerge verwandelt, für zwei stämmige Männer blieb dann nur noch die Rolle als Schneewittchen und böse Stiefmutter. Eine zehnköpfige Bienengruppe aus Pfaffenhofen im gelb gestreiften Dress ließ sich von zwei Imkern mit Schleierhut einfangen. Bei jungen Mitgliedern der Stadtkapelle wirkte offenbar noch ihr Probenwochenende im Kloster der Dominikanerinnen Strahlfeld (zwischen Regensburg und Furth im Wald) nach: Sie und die Kasperl der Schäffler fetzten in schwarzen und braunen Kutten als Nonnen und Ordensbrüder übers Tanzparkett.

Die wohl aufwendigsten Kostüme hatte eine Freundesgruppe aus Hettenshausen: Ein rußverschmierter Wilderer mit grünem Filz hatte offensichtlich im Unterholz der unwegsamen Ilmwälder mit seiner Flinte reiche Beute gemacht und lud zur Hegeschau ein: Ein halbes Dutzend junger Frauen hatte sich mit Gehörnen und Trophäen-Schildern eindrucksvoll dekoriert. Die Waidhofener Rock'n Roller mit ihrem Prinzenpaar Nicole I. und Marcus II. heizten mit waghalsiger Akrobatik ihrem Publikum noch einmal so richtig ein. Das ließ sich nicht lumpen: Auf der Tanzfläche wurde es eng, die Tische links und rechts mussten zur Seite geschoben werden.

Schäffler-Vorstand Heinz Thalmeir war die Freude über diesen Abend - der um Mitternacht noch längst nicht zu Ende war - deutlich anzumerken. Und damit die Freude bei einer möglichen Polizeikontrolle nicht jäh abbricht, hatte er für einen Bus-Shuttle gesorgt, der die Gäste "haustürnah" heimbrachte.