Pyras

Neun Stationen und ein Weltrekord

Beim Pyraser Kinderlachen fuhr man auf Holzeisenbahnschienen zum Eintrag ins Guinessbuch

28.08.2017 | Stand 02.12.2020, 17:35 Uhr
Mit mehreren tausend Schienen wurde nicht nur der Weltrekord erzielt, es durfte auch damit gespielt werden. Foto: Klier −Foto: Klier, Manfred, Heideck

Pyras (HK) Schlangen, wohin man schaut, beim Pyraser „Kinderlachen“ am Sonntag. Es sind die Warteschlangen, in denen die Kinder mit Eltern und Großeltern vor vielen der zahlreichen Attraktionen warten. Dazu legte man Schiene um Schiene für einen Weltrekord.

Marketingchef Alexander Schwab freut sich einerseits über den enormen Zuspruch, den das Kinderfest in seiner inzwischen 17. Auflage erfährt, aber er ist zugleich von der Geduld der Wartenden angetan. Beispielsweise dauert es fast eine halbe Stunde, bis man zur Waldfee an der Pyraser Walquelle vorgedrungen ist. Ganz zu schweigen, wenn man sich hungrig und durstig in die Reihe der „Hungernden“ einordnet, die nach Essen anstehen.

1300 Schatzkisten haben die Mitarbeiter der Brauerei gepackt. Sie sind der Lohn für die erfolgreiche Absolvierung des Parcours mit neun Stationen, der durch das weitläufige Brauereigelände führt. Da gibt es einen Streichelzoo, ein Maislabyrinth, in dem ein ausgestopfter Dachs lauert, Glitzersteinschürfen, Wasserschöpfen und –Trinken bei der Waldfee in Gestalt von Mona Hofer, Balancieren auf dem Balkenparcours, Kapselschleudern, löschen des „brennenden“ Gutshofs und ein Gang durch die Wirren des Kastenlabyrinths. Trotz großzügiger Planung sind die Schatzkisten bereits am frühen Nachmittag ausverkauft. Hauptattraktion aber das ehrgeizige Vorhaben, mit einer drei Kilometer langen Brio-Holzeisenbahn einen neuen Weltrekord aufzustellen. Jedes Kind erhält dafür fünf Schienen, die es entlang eines Kreideparcours anlegen kann. Tim Sybel und seine 15 Helfer von der Universität Erlangen-Nürnberg haben die zum Teil neunspurige Strecke angelegt, die um das eigentliche Brauereigebäude herumführt. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der VWI-Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg, also des Verbandes Deutscher Wirtschaftsingenieure, mit der Pyraser Brauerei. Der angestrebte Weltrekord ist schon vorzeitig geschafft. Aus der Luft dokumentiert eine Drohne die Szene, während kleine Elektroloks mit Kamera die Strecke abfahren. Rund zwei Stunden braucht jede für ihre Spur. Einem Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde steht somit nichts mehr im Wege. Die Kindergärten der Umgebung können sich über insgesamt mehrere tausend Schienen freuen, gespendet von der Landbrauerei Pyras.

Eine großzügige Spende gibt es auch für das „Clownprojekt e.V.“. In Kliniken in Nürnberg, Fürth und Erlangen sind die Clowns unterwegs, um kranke Kinder aufzuheitern gemäß des Mottos „Humor ist ein Mittel gegen alle Krankheiten“. Brauereichefin Marlies Bernreuther hat dafür zehntausend Euro aus ihrer Privatschatulle entnommen und gibt sie an die Clowns Annerösli und Puccino weiter.

Es gibt Torwandschießen und Stelzenlauf, ein Spielfeld mit Brio-Bahnen, Kutschfahrten, Maßkrugschieben und vieles mehr. „Eine Party feiern wir, in dem schönen Pyras hier“, singen Bubbelmaus und Bubbelbär, alias Petra und Markus Wengler, und preisen dabei das köstliche Eis an. Polizei, Rotes Kreuz, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind im Einsatz. Allerdings befasst sich ihre Tätigkeit mit Information und Nachwuchswerbung. Stolz erklimmen die Kleinen die Stufen zum Führerhaus des Fahrzeugs „HLF 20“ und setzen einen viel zu großen Feuerwehrhelm auf.

Natürlich ist für Essen und Trinken bestens gesorgt, wenn man sich geduldig in die Warteschlange eingereiht und zuvor die erforderlichen Taler gekauft hat.