Pfaffenhofen

Neues von Müll und Müsli

Frontalunterricht war gestern: Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit für Pfaffenhofener Realschüler

23.10.2019 | Stand 02.12.2020, 12:47 Uhr
Müsli für alle: Das Wichtigste zum Thema Ernährung hat Heike Fuß (Zweite von links) den Pfaffenhofener Realschülern erklärt. Weitere Bestandteile der Projektwoche Gesundheit und Nachhaltigkeit waren ein Besuch am Wertstoffhof, ein Vortrag über die Zuckerkrankheit, ein Ausdauerlauf und die Vorstellung verschiedener Entspannungsmethoden. −Foto: Straßer

Pfaffenhofen (PK) Emanuel muss Kurbeln, dass er an sein Essen kommt. Der zehnjährige bedient die Maschine, die aus Getreidekörnern Haferflocken macht. Seine Mitschülerinnen lassen sich das Müsli mit Früchten, das sie gemeinsam mit der Ernährungsberaterin Heike Fuß zubereitet haben, schon mal schmecken. Später zeigt Fuß noch anschaulich, welchen Einfluss Zucker auf den Stoffwechsel hat. Nico stellt den Muskel dar, Emanuel ist jetzt die Bauchspeicheldrüse, Lukas sorgt für den Zuckernachschub. So erfahren die Fünftklässler der Georg-Hipp-Realschule, welchen Einfluss eine stark zuckerhaltige Ernährung auf den Organismus hat.

Nach dem Aktionstag zum Klima- und Umweltschutz Ende September sollen grüne Themen in der Realschule weiter einen hohen Stellenwert genießen. Lehrer Peter Schmidt hat für seine fünfte Klasse die Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit organisiert. "Entscheidend war für mich, die Kinder zu gesunder nachhaltiger Lebensweise zu motivieren", sagt Schmidt. Den Schülern sollte in dieser Woche Gelegenheit gegeben werden selbst aktiv zu werden, um durch projektorientiertes Arbeiten, auch unter Einbeziehung außerschulischer Experten, gesundheitsförderliche und nachhaltige Lebensweisen kennenzulernen. Das Thema Klima habe er wegen der Aktualität und Lebenswichtigkeit für die junge Generation mit einbezogen. "Die Bündelung vielfältiger Aktivitäten in dieser Woche soll die Kinder motivieren, sich einen nachhaltigen und gesunden Lebensstil anzueignen und somit wichtige Lebenskompetenzen zu schulen", sagt Schmidt. Seine Bilanz ist positiv: "Ich bin zufrieden, ich hoffe die Schüler auch."

Rektor Reno Wohlschläger befürwortet Projekte wie dieses. Lehrer können Vorschläge einreichen, er schaut dann, was machbar ist, der normale Unterricht dürfe nicht leiden. "Aber wenn alles gut organisiert ist, fällt die Entscheidung leicht", sagt er. "Meine Aufgabe ist es zu schauen, dass es nicht zu viel wird."

Neben dem Food-Projekt mit der Ernährungsberaterin Heike Fuß haben die Fünftklässler den Wertstoffhof besucht, einen Vortrag über die Zuckerkrankheit gehört, einen Ausdauerlauf absolviert und am letzten Tag künstlerisch umgesetzt, was sie gelernt haben. Ganz zum Schluss zeigte Peter Schmidt den Kindern noch verschiedene Entspannungsmethoden für mehr Wohlbefinden.

Emanuel hat der Ausdauerlauf bisher am meisten Spaß gemacht, erzählt er am Donnerstag während der Stunde mit Heike Fuß. Besonders interessant fand er die Auswirkungen der Anstrengung auf den Puls. Peter Schmidt hat vor während und nach dem Lauf den Puls der Schüler gemessen und erklärt, was es damit auf sich hat. Wie anstrengend der Lauf war, beweist der Puls, den Lukas (11) während der höchsten Belastungsphase gemessen hat: 210 Schläge pro Minute sind herausgekommen. Trotz der Anstrengung hat der Lauf auch anderen Kindern aus der Klasse Spaß gemacht. "Das Joggen war bis jetzt das coolste", sagt Patricia (11). "Obwohl es anstrengend war."

Ihre Freundin Patricia hat vor allem der Vortrag zum Thema Diabetes gefallen, bei dem sogar der Blutzuckerspiegel eines ihrer Mitschüler direkt im Klassenzimmer gemessen wurde. Weil sie noch mehr zum Thema wissen wollte, hat Valentina am Nachmittag extra nochmal was zu dem Thema nachgeschlagen. "Die Projektwoche ist besser als normaler Unterricht", sagt sie. Patricia stimmt ihr zu: "Da lernt man viel mehr."

Severin Straßer