Wettstetten
Mutig gemischte Titel und eine Uraufführung

Symphonisches Blasorchester Beilngries spielt Sommerserenade an der Wettstettener Grundschule

09.07.2018 | Stand 02.12.2020, 16:06 Uhr
Über 300 Menschen zog das Symphonische Blasorchester Beilngries zur Sommerserenade auf den Schulhof der Grundschule Wettstetten. Dabei gab es nicht nur schöne Klänge: Beim "Tribute to Dixie" konnten die Instrumente auch mit ihrer Ästhetik glänzen. −Foto: Foto: privat

Wettstetten (DK) "Musik an einem Sommerabend" lautete der einladende Titel der Sommerserenade des Symphonischen Blasorchesters Beilngries.

Es wirkte dabei so leicht, wie sich der Abend anfühlte. Unter der musikalischen Leitung von Hans Haas kamen über 50 Musiker in der Musikwelt weit herum. "Lassen Sie sich mitreißen", ermunterte Moderatorin Stefanie Schmidt (Querflöte) die über 300 Gäste auf dem Schulhof der Grundschule Wettstetten.

Diesen Rat zu befolgen, fiel nicht schwer. Maßgeschneidert schien das Programm für das bunte Publikum vom Grundschulkind bis zur Generation der Großeltern. Mutig mischte Haas verschiedene Titel, darunter "Cuban sound" (arr. Giancarlo Gazzani), die Gangstergeschichte "Mack the knife" (Kurt Weill/arr. Ray Woodfield) oder den "Walzer Nr. 2" (Dimitri Schostakowitsch). Die Zuhörer dankten ihm diese Vielfalt mit großem Applaus und erwirkten so zwei Zugaben.

Eine davon gab die Solistin Kristin Schano, die bereits mit dem Stück "I dreamed a dream" (Claude-Michel Schönberg/arr. Michael Brown) zum Träumen verführt hatte. Jürgen Baer hingegen wirbelte die Menge mit "Perdere l'amore" auf. Mit Spannung erwartet wurde die Uraufführung der "Musica Aeneatorum" von Gerd Risch, im "wahren Leben" Bürgermeister des Ortes. Der leidenschaftliche Hobbymusiker hatte das Stück nach eigener Aussage "zur Unterhaltung" geschrieben und freute sich aufrichtig über die Uraufführung. Seinen Dank gegenüber dem Orchester kommentierte Dirigent Haas lachend: "Das war schon ein Risiko, aber wir waren angenehm überrascht. "

Doch Risch war nicht der Einzige, der mit seinem eigenen Werk glänzte. Es war ein junger Mann, der alle Herzen eroberte. Fabian Graf zauberte mit "Hörts ihr diesen Bass" auf die Melodie von "All about that bass" allen Gästen ein Lächeln ins Gesicht. Darin verriet der Oberpfälzer kleine Anekdoten aus seinem Leben als Tubist - besonders rührend die stete Frage seiner Oma, "ob er denn sein Ofenrohr wieder dabei habe".

"Sehr, sehr cool", freute sich eine junge Frau über den kurzweiligen Abend unter blauem Himmel, während eine andere das tolle Ambiente hervorhob. Eine vierte Sommerserenade ist für 2019 geplant, auch wenn einer der Initiatoren, Schulleiter Claus Hulin, die Schule verlassen wird. Risch erhofft sich, "dass das Orchester Wettstetten dennoch treu bleibt", und blickt dabei hoffnungsvoll auf die "andere Initiatorin" der Veranstaltung, Inge Haas. Sie ist nicht nur Lehrerin an der Schule, sondern auch selber im Orchester ihres Mannes am Tenorsax aktiv.