Böhmfeld
Mit 70 "nur" noch Kaplan

Chile-Missionar Pater Gerhard Bauer wechselt im Februar in eine neue Pfarrei

29.12.2011 | Stand 03.12.2020, 2:00 Uhr

Wurde der? Virgen del Carmen? geweiht: eine Statue in der Tracht der Mapuche.

Böhmfeld (EK) Für den aus Böhmfeld stammenden Chile-Missionar Kapuzinerpater Johannes Gerhard Bauer wird das neue Jahr Veränderungen in Padre Las Casas mit sich bringen. Dies geht aus seinem Brief, den er zum Jahresende seinen Bekannten und Freunden schreibt, hervor.

Nach einer ausführlichen Situationsbeschreibung der zum Teil chaotischen Verhältnisse im Land (Proteste der Bevölkerung, vor allem der Jugend, der Schüler und Studenten) teilt er mit, dass es seit Oktober eine neue Provinzleitung der Kapuziner gebe. Dieser Wechsel bringe immer Versetzungen mit sich. So hat es auch Padre Juan Bauer getroffen.

Ende Februar wird er weiter in den Süden nach Osorno als Kaplan in die Pfarrei „San Leopoldo Mándic” in Rahue Alto gehen. Diese Pfarrei bildete sich in einem Gebiet über der Stadt Osorno mit vielen neuen Siedlungen, vor allem mit Menschen, die vom Land in die Stadt gezogen sind.

Der Wechsel trifft ihn nach nur drei Jahren in Padre Las Casas. Mit seinen fast 70 Jahren bat er darum, dort nur noch als Kaplan eingesetzt zu werden, um es etwas leichter zu haben. Dies wurde ihm zugestanden.

Es geht für ihn auch darum, den Heiligsprechungsprozess des ersten Bischofs von Osorno, den Kapuziner Francisco Valdés, weiter zu betreiben. Nachdem dieser 13 Jahre Pfarrer in Pucón gewesen war, baute er die neue Diözese dort auf. Er starb am 4. Januar 1982 im Hospital in Pucón, das er zu seiner Zeit als Pfarrer gegründet hatte. Sein 30. Todestag im Januar wird jetzt groß gefeiert mit mehreren Bischöfen zusammen und mit dem Apostolischen Nuntius in Chile.

Der frühere Bischof Sixto, der kurz vor Weihnachten seinen 80. Geburtstag feierte, war vor kurzem in der Pfarrei von Padre Juan bei der Segnung einer Kapelle auf dem campo. Nach all den Krankheiten, die er durchgemacht hat, ist dies fast ein medizinisches Wunder. Über 30 Jahre von 1978 bis 2009 war Sixto Bischof der Araukanie.

In seiner Zeit machte die Mission der Bayerischen Kapuziner den großen Schritt zu einer reifen Diözese oder vollwertigen Ortskirche mit ihrem Klerus und den Ordensleuten aus dem eigenen Volk, mit ihren, wenn auch einfachen diözesanen und pfarrlichen Einrichtungen, die nun in die chilenische Kirche eingegliedert sind.

Die Kapuziner und die Gläubigen in Bayern, woher die meisten Missionare stammen, dürfen stolz sein auf diese Tochterkirche im Süden Chiles. Zum Schluss bedankt sich Padre Juan Bauer für die Gebete und die Hilfe, die ihm viele Menschen in der Heimat immer wieder zuteilwerden lassen. Dadurch könnten viele gute Taten in der armen Pfarrei vollbracht werden.