Eichstätt

Menschen in der Berufung begleiten

Der 34-jährige Michael Wohner ist neuer Regens des Priesterseminars "Ordentliche Portion Respekt"

18.10.2016 | Stand 02.12.2020, 19:10 Uhr

Hat die Leitung des Bischöflichen Priesterseminars in Eichstätt übernommen: Michael Wohner (34), hier in der Hauskapelle des "Collegium Willibaldinum". - Foto: M. Schneider

Eichstätt (smo) Mit dem neuen Studienjahr hat auch die Hausleitung im Priesterseminar gewechselt. Auf den bisherigen Regens Christoph Wölfle, der Pfarrer in Mörnsheim wurde (wir berichteten), folgt Michael Wohner. Der 34-Jährige richtet gerade seine Dienstwohnung im "Collegium Willibaldinum" ein.

Überrascht sei er gewesen von der Bitte des Bischofs, die Leitung des Priesterseminars zu übernehmen. Gezögert, anzunehmen, habe er nicht. "In der Diözese des heiligen Willibald hat man immer dessen Ausspruch im Ohr: ,Wohin Du mich sendest, will ich ohne Zögern gehen als treuer Knecht Jesu Christi.'" Willibald hatte das 739 zu Papst Gregor III. gesagt, als dieser ihn in die Germanenmission entsandte. Sicher habe er "eine ordentliche Portion Respekt" vor der Aufgabe als Regens, sei sie doch mit hoher Verantwortung verbunden. Er trägt künftig - wie seine Vorgänger - Sorge dafür, dass die Priesteramtskandidaten eine umfassende Vorbereitung auf ihre Aufgabe bekommen und geistig wie geistlich wachsen und reifen. Aber sein bisheriges Leben habe ihm gezeigt, sagt Wohner, dass "man die Kraft dafür bekommt, wenn einem etwas Neues zugetraut wird".

Das habe er schon vor seiner Priesterweihe 2008 gespürt, als er im Pastoralkurs (den er in Berching absolvierte) vor Schule und Jugendarbeit ein wenig gescheut habe. "Da war ich mir nicht sicher, ob ich das kann." Am Ende "habe ich gemerkt, dass ich doch nicht ganz ungeeignet bin". So kommt es wahrscheinlich auch nicht von ungefähr, dass er in den vergangenen Jahren am Gymnasialzug der Senefelder Gesamtschule in Treuchtlingen als "Studienrat im Kirchendienst" Religion unterrichtet hat. Sein eigene Gymnasialzeit hat er übrigens am Schwabacher Adam-Kraft-Gymnasium absolviert. Theologie studiert hat Wohner, dessen Onkel der langjährige Domvikar Ludwig Langwieser ( €  2003) war, in Eichstätt und in Rom.

Jetzt, nach wenigen Wochen im neuen Amt und den ersten Begegnungen mit den 29 Alumnen, ist er "gespannt", was ihn erwartet. Dabei ist er als Regens auch Leiter eines großen Wirtschaftsbetriebs mit Tagungshaus und Seminargärtnerei. Die naturwissenschaftliche Sammlung des Seminars samt Juramuseum fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich des Eichstätter Regens. Dafür habe er "gute Mitarbeiter, die jeweils Fachleute dafür sind". Seine Kernaufgabe sehe er aber "in der Begleitung der Menschen, die sich die Frage stellen, ob eine Berufung für ein Wirken in der Kirche vorliegt".