"Mehr am Riemen reißen"

27.09.2006 | Stand 03.12.2020, 7:30 Uhr |

Böhmfeld (sdr) "Wasser marsch am Brandherd und Personenrettung mit Atemschutz!" hieß es beim großen Übungseinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Böhmfeld anlässlich der Brandschutzwoche. Übungsobjekt war die Werkstatt des Wasserhauses des Wasserzweckverbandes Böhmfelder Gruppe an der Kreisstraße zwischen Böhmfeld und Hofstetten.

Unter den Blicken von Kreisbrandmeister Josef Knabl und Bürgermeister Alfred Ostermeier legten sich die Böhmfelder Feuerwehrleute ins Zeug und boten dem "Brandherd" mit drei Löschrohren tapfer Widerpart. Als gut aufeinander eingespielt und recht wendig erwies sich das Atemschutzträger-Team. Im Nu waren die "Verletzten" im verqualmten Werkstattkeller aufgespürt und den "Helfern vor Ort" des Roten Kreuzes, Frank Wild und Klaus Kohl, zur "Versorgung" und "Wiederbelebung" übergeben worden. Für ihre vorbildlich gemeisterte Arbeit ernteten die Atemschutzträger die uneingeschränkte Anerkennung des Kommandanten Nikolaus Regensburger.

Weniger angetan war der Kommandant vom Löschtrupp. "Es sind nur etwa zwei Drittel der insgesamt 29 Aktiven gekommen. Ähnlich sieht es bei den monatlichen Feuerwehrübungen aus", ärgerte sich Regensburger. Dies sei aber zu wenig, um im Ernstfall schnell und wirkungsvoll helfen zu können. Außerdem habe er Verständigungs- und Koordinationsmängel beim Aufbau der Löschausrüstung festgestellt, rügte der Kommandant weiter. Auch die Fahrzeugkunde beherrsche nicht jeder, was dem Maschinisten Norbert Graf beim Aufräumen Zeit für Nachbesserungsarbeiten koste. Im Großen und Ganzen zufrieden, doch jeder Aktive müsse unbedingt intensiver üben, lautete das Fazit.

"Beim Katastrophenschutz ist die Feuerwehr die Nummer eins", betonte Kreisbrandmeister Josef Knabl. Uneingeschränkt einsatztüchtige Feuerwehrleute würden nicht nur bei Feueralarm gebraucht, sondern auch bei Unfällen, Schnee-, Schmelzwasser-, Überschwemmungs- und Sturmkatastrophen sowie bei Gasexplosionen. Angesichts der Präsenz der "Helfer vor Ort" machte der Kreisbrandmeister darauf aufmerksam, dass Böhmfeld sich glücklich schätzen könne, diese hervorragenden Rettungskräfte zu haben. "Ich kann jedes Wort nur unterstreichen", erklärte Bürgermeister Alfred Ostermeier zum Schluss. Alle Feuerwehrler sollten sich "mehr am Riemen reißen". Dies gelte vor allem denen, die nicht da gewesen seien. Trotzdem lobte der Bürgermeister die anwesenden Feuerwehrmänner und lud sie zu einer Brotzeit ins Feuerwehrgerätehaus ein.