Oberdolling
Lagerhalle soll ein "freundlicher Bau" werden

Gemeinderat gab grünes Licht für Projekt, gegen das Anwohner Vorbehalte haben

12.02.2015 | Stand 02.12.2020, 21:39 Uhr

Oberdolling (hge) Der klassische Konflikt Unternehmenserweiterung kontra Anwohnerinteressen stand im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung am Mittwoch in Oberdolling. Darum geht es: Silvia Schmailzl möchte ihren metallverarbeitenden Betrieb um eine Lagerhalle, eine Garage und ein Außenregal erweitern, die Nachbarn sind dagegen.

Ein Ortstermin mit Vertretern des Landratsamts Eichstätt brachte keine Lösung, hieß es. Die Behörde lehnt den Bau im Süden des Grundstücks ab. Es gibt keine sonstigen freien Flächen. Auf der anderen Seite erheben die Bewohner des angrenzenden Anwesens Einwände. Sie befürchten weniger Wohnqualität.

In der jüngsten Sitzung drängte Bürgermeister Josef Lohr die Gemeinderäte zu einem Kompromiss. Er riet der Bauherrin aus Unterdolling zu einer etwas kleineren Halle, einem Ziegeldach und „einem freundlichen Bau“. Silvia Schmailzl – sie verfolgte die Sitzung – und ihr Mann, der Gemeinderat Michael Schmailzl, hörten gespannt zu. Die Bauherrin stimmte den abgespeckten Plänen zu. Durch ihr Entgegenkommen können „lähmende Gutachten, die viel Zeit kosten“, vermieden werden, sagte Lohr. Die Gemeinderäte gaben dem Bauantrag trotz Bedenken grünes Licht.

Zahlreiche Bürger lauschten gespannt, was es Neues in Sachen Mobilfunksendemast auf einem Hausdach in Oberdolling gibt. Lohr sagte, es gebe kaum Neuigkeiten. Der Vertrag zwischen der Telekom und dem Hauseigentümer liege bei einem Rechtsanwalt zur Prüfung. Die Anlage sei noch nicht in Betrieb, der Bau laufe auf Hochtouren. Der Grundstückseigentümer unternimmt laut Lohr „nichts, damit der Bau eingestellt wird“. Gemeinderat Georg Elender, der auch der Interessengemeinschaft Alternativstandort Mobilfunkmast angehört, sagte, die Suche nach einem anderen Standort sei von essenzieller Bedeutung. Bürgermeister Lohr versicherte, er suche weiter das Gespräch mit der Telekom. Da sich diese auch für den Breitbandausbau in der Gemeinde interessiere, „wird es bestimmt zu einem Termin kommen“.

Nach diesen zwei „harten Nüssen“ ging es um Deftiges: Die Gemeinderäte stimmten für die Abhaltung von zwei Starkbierfesten. Somit dürfen die Gruppe Bauwong und die CW Oberdolling einen Abend mit Spott, Musik und Gerstensaft abhalten. Der Gemeinderat beschloss weiter einstimmig, den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und den Isidorbund finanziell zu unterstützen. Der Isidorbund will mit dem Geld seinen Jahrtag finanzieren.

Die Räte diskutierten außerdem darüber, wie der rund 350 000 Euro teure Bau der Kläranlage auf die Bürger umgelegt werden könne. In Betracht komme ein einmaliger Beitrag oder lange laufende Gebühren, sagte Bürgermeister Lohr. Eine Entscheidung über die Finanzierung solle in der nächsten Sitzung im März fallen. Die Kläranlage wurde 2013 fertiggestellt.