Geländer

„Kultureller Gravitationspunkt“

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle eröffnete die Lamm-Erlebnistage im Geländer

03.08.2017 | Stand 02.12.2020, 17:42 Uhr
Lammerlebnistage im Waldgasthof Geländer, Schirmherr Kultusminister Ludwig Spaenle, 03. August 2017 Lammkönigin Jana I. Müller −Foto: Schneider, Marco, Eichstätt

Geländer (EK) Einen Lobgesang auf das kulturelle Erbe Bayerns stimmte Kultusminister Ludwig Spaenle am Donnerstagnachmittag bei der Eröffnung der Lammerlebnistage im Waldgasthof Geländer an. Dort drehte sich auch am Freitag noch alles um die Regionalmarke „Altmühltaler Lamm“.

Auch wenn das Wetter nicht so wirklich mitspielen wollte – immer wieder zogen Regenschauer über den Jura: Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle war gut gelaunt, hatte viel Zeit mitgebracht und fühlte sich im Waldgasthof Geländer sichtlich wohl. Ohne Schlips, mit Poloshirt und Sonnenbrille schlenderte er fast unbemerkt zusammen mit seiner Frau Miriam auf die wartende Politprominenz zu. Allen voran begrüßte ihn dort der Schernfelder Ortsbürgermeister Ludwig Mayinger. Den bezeichnete Spaenle später in seinem Grußwort als „Ludwig I.“ und sich selbst als „Ludwig den anderen“. Und dann lobte Spaenle die bayerische Heimat und machte Bistum und Landkreis Eichstätt sowie den Naturpark Altmühltal als dessen Zentrum aus: Er stehe jetzt im „kulturellen Gravitationspunkt“ des Freistaats. Das, was sich hier in den vergangenen fast 40 Jahren seit Bestehen des Naturparks entwickelt habe, zeige, was „die Seele dieses Landes prägt“. Er berichtete vor zahlreichen Zuhörern von einer Sitzung der Kultusministerkonferenz, in der es um die Vorschläge für das „Immaterielle Unesco-Kulturerbe“ ging.
 


Der Hamburger Kultursenator habe ihm zugerufen, dass das, was Bayern als Kultur sehe, schon an „Albernheit“ grenze. Daraus sei dann ein Streit entstanden. Denn hier gehe es, so Spaenle, um „Tradition“, die für Heimat stehe. Und die sei dort, „wo das Herz schlägt“, wo man Dinge wie die „Altmühltaler Lamm“-Erlebnistage ermögliche und dadurch beispielsweise den Beruf der Hüteschäfer vielen Menschen nahebringt.

Deren Vertreter, der Vorsitzende des Vereins der Hüteschäfer im Naturpark Altmühltal, nutzte die Gelegenheit, den Minister auf die Probleme der neuen Düngeverordnung aufmerksam zu machen: „Wenn Landwirte nur noch bis 1. November Gülle ausbringen dürfen, fehlen uns drei Wochen Herbstweide.“ Rechne man das auf die Zahl der Mutterschafe in Bayern und die Notwendigkeit der Stallfütterung, „so macht das einen Verlust von rund zwei Millionen Euro pro Jahr für die bayerische Schäferei“. Das treffe hart. Aber er wolle nicht nur jammern, sagte Neulinger, und forderte die Gäste zum Genuss des Altmühltaler Lamms auf: „Ihr müsst keine Angst haben, wir bringen das Fleisch, das wir brauchen, schon her.“

„Das ,Altmühltaler Lamm’ ist nicht nur eine kulinarische Köstlichkeit, sondern leistet auch einen Beitrag zur Landschaftspflege.“

Lammkönigin Jana I.

 

Lammkönigin Jana I. Müller, deren Vater selbst eine Schäferei hat, lobte die Regionalmarke „Altmühltaler Lamm“, die vor Kurzem ihr 20-Jähriges feiern konnte (wir berichteten) . „Es ist nicht nur eine kulinarische Köstlichkeit, sondern leistet auch einen Beitrag zur Landschaftspflege.“ Und Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel meinte: „Genießen Sie diese Köstlichkeit und damit das, was unsere Heimat ausmacht“. Das zeige auch der rund ums Geländer aufgebaute Handwerkermarkt: Über den schlenderte Spaenle mit seiner Frau, den Bürgermeistern und Abgeordneten, gab sich volksnah und plauderte mit Fieranten und Besuchern.

Der Handwerkermarkt, bei dem es auch viele Vorführungen rund um die Schäferei gibt, ist am Freitag noch besuchbar – und zwar ab 11 Uhr. Bericht folgt.