Eichstätt

Kreis Eichstätt bräuchte rund 20 Prozent mehr Sirenen

Beschallungslücken vor allem bei Weilern und Einsiedlerhöfen - Gemeinden rüsten nach

13.01.2022 | Stand 16.01.2022, 3:35 Uhr
Laura Schabenberger
Das Sirenensignal kann zur Alarmierung der Feuerwehr sowie zur Warnung der Bevölkerung verwendet werden. −Foto: Hammer

Kösching / Gaimersheim / Eitensheim - In den vergangenen Tagen haben die Sirenen im östlichen Landkreis eine besondere Rolle gespielt. Wegen technischer Probleme ist beispielsweise die Feuerwehr Kösching nicht wie üblich in erster Linie über Funkmeldeempfänger und damit mit einem stillen Alarm zu Notfällen gerufen worden (wir berichteten).

Stattdessen kamen die Sirenen zum Einsatz, wenn die Ehrenamtlichen ausrücken mussten. Doch wie der Köschinger Kommandant Jürgen Meier anmerkte, sind die Sirenen nicht in der gesamten Gemeinde zu hören.

Das kann der Geschäftsleiter des Köschinger Rathauses, Christian Meier, bestätigen: "Wir rüsten da auf alle Fälle nach. Wir sind dabei im Austausch mit dem Kommandanten." Der Markt Kösching ließ ein Gutachten erstellen, anhand dessen der Kommandant Vorschläge für die Sirnen-Standorte machte. "Wir prüfen gerade, was wo realisierbar ist."

Auf Anfrage unserer Zeitung merkt das Landratsamt Eichstätt an, dass über den gesamten Landkreis rund 220 Sirenen verteilt seien. "Ein weiterer Bedarf von etwa 40 Sirenen wäre wohl gegeben." Durch diesen Mangel entstehen stille Flecken bei einer Alarmierung über die Sirenen: "Beschallungslücken gibt es meist bei kleineren Weilern und Einsiedlerhöfen." Defekte Sirenen sind dem Landratsamt im Kreis laut Mitteilung jedoch nicht bekannt. "Die Funktionsfähigkeit wird einmal jährlich zur Warnung der Bevölkerung und quartalsweise für die Feuerwehralarmierung überprüft." Derzeit besteht die Möglichkeit, das Netz durch den Bund gefördert aufzurüsten. "Ein Kostenumfang ist nicht bekannt, da dies in der Einzelverantwortung der Gemeinden liegt", so das Landratsamt.

Der Markt Gaimersheim arbeite beispielsweise im Moment an der Sirenenabdeckung, wie der geschäftsführende Beamte Stefan Vogl erklärt: "Wir sind da aber gerade am Anfang, wir haben das im Herbst vergangenen Jahres überprüfen lassen und sind nun in der Planung." Laut Vogl ist der Hauptort grundsätzlich abgedeckt, aber die Sirenen müssen auch überall in der Mittleren Heide sowie im Gewerbegebiet gehört werden können. "Auch in den Neubaugebieten Richtung Norden besteht Verbesserungsbedarf." Wie viele weitere Sirenen es für den optimalen Warnschutz braucht, lässt sich im Moment nicht sagen: "Da fehlen die abschließenden Untersuchungen. Es könnten aber um die drei Stück sein." Ausschlaggebend für die Nachrüstung war für Gaimersheim übrigens nicht die Förderung. "Es gab sowieso technische Ertüchtigungen an den bestehenden Standorten." Und in diesem Zug ließ der Markt laut Vogl überprüfen, wo es an Sirenen fehlt. "Unser Feuerwehrkommandant hat das schon länger angesprochen, die Förderung kam dann nachher dazu."

Wie Alfred Regler, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Eitensheim, erklärt, würde auch dort ohne die Förderung bei den Sirenen nachgerüstet werden. Schließlich geht es um die Sicherheit der Bürger. Regler führt aus, dass das Thema auf der Agenda stehe: "Wir sind gerade mit den Ausschreibungen beschäftigt." Konkret geht es in Eitensheim um eine Sirene, die die Gemeinde "ganz gerne machen würde". Denn gerade im nördlichen Gebiet zeigt sich laut Regler eine leichte Unterversorgung, wie die Berechnungen von Fachfirmen ergaben. In Böhmfeld, ebenfalls Teil der Verwaltungsgemeinschaft, zeichnet sich nach den Ausführungen Reglers ein ähnliches Bild ab: "Da ist es das Gleiche in Grün. Auch hier besteht Bedarf, auch hier wird nachgerüstet."

DK

Laura Schabenberger