Obereggersberg

Kompromiss im Mobilfunkstreit kommt

Die Bürger von Obereggersberg stimmen der Vereinbarung zu – Petitionsausschuss des Landtags soll Projekt prüfen

24.02.2014 | Stand 02.12.2020, 23:02 Uhr

Die Protestschilder gegen die Mobilfunkanlage wurden bereits Ende Januar abgebaut. Arch - foto: Rast

Obereggersberg (sja) Die Bevölkerung von Obereggersberg stellt ihren Protest gegen die geplante Mobilfunkanlage in ihrem Wohnort nun endgültig ein. Das beschlossen die Bürger bei einer Versammlung in Georgenbuch.

Damit haben sie den von der Telekom vorgeschlagenen Kompromiss, auf den auf das Dorf gerichteten Teil der Anlage zu verzichten, angenommen. Vollständig zufrieden sind die Obereggersberger mit dieser Lösung zwar nicht, wie sich in der folgenden Diskussion zeigte. Und auch die bayerische Landespolitik könnte sich noch mit dem Thema auseinandersetzen. Bei dem Treffen im Dorfgemeinschaftshaus in Georgenbuch war jedoch allen klar, dass sie mit dem Verzicht auf die Südachse der Anlage das maximal Mögliche erreicht haben. „Mehr als das geht einfach nicht“, erklärte Christian Bauer. Der Ortssprecher hatte in den vergangenen Wochen intensiven Kontakt mit der Telekom als Betreiber, der Eigentümerfamilie von Schloss Eggersberg und der Stadt Riedenburg. Das Ergebnis all dieser Gespräche ist eine Vereinbarung zwischen allen Beteiligten, der die 23 anwesenden Bewohner von Obereggersberg bei dem Treffen in Georgenbuch zustimmten.

Wie Bauer berichtete, liegt auch eine E-Mail der Familie Wenzl-Sylvester vor. Darin teilen die Eigentümer der früheren Hofmark mit, dass sie derzeit nicht beabsichtigen, eine weitere Mobilfunksendeanlage im Schloss oder auf dessen Gelände zu installieren. Diese Aussage deckt sich mit denen der Telekom. Das Unternehmen hatte erst vor wenigen Tagen gegenüber unserer Zeitung erklärt, momentan keine weiteren Sender in Schloss Eggersberg zu planen. Im Gegenzug zu diesem Versprechen beenden die Obereggersberger ihren Widerstand gegen die Anlage, die Protestschilder sind bereits seit einigen Wochen abgebaut.

Sollte dennoch irgendwann eine Erweiterung der Sender im Raum stehen, will der Konzern diese auf jeden Fall mit der Stadt Riedenburg abstimmen. Aus diesem Grund hoffen die Bürger von Obereggersberg weiterhin auf die Unterstützung der Kommune. „Dafür haben wir unsere gewählten Vertreter“, betonte Bauer. Er geht davon aus, dass die Riedenburger Kommunalpolitiker – sowohl die amtierenden Stadträte als auch die Kandidaten für das neue Gremium – zwischenzeitlich um die Probleme in Obereggersberg wissen. „Wir müssen uns darauf verlassen, dass sich die Stadt für die Einhaltung aller Abmachungen einsetzt“, betonte Bauer. Wichtig sei, dass die Kommune „im Falle des Falles etwas unternimmt“, sagte einer der Bürger.

Der derzeit amtierende Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) bestätigte den Bürgern, dass die Verwaltung das Projekt weiterhin verfolgen wird. Zum einen werde die Kommune Anfragen zum Thema Mobilfunk künftig ganz genau prüfen. Und zum anderen wird sie nach Inbetriebnahme der Anlage – das wird laut der Telekom wohl im April der Fall sein – die Strahlenbelastung in Obereggersberg messen lassen. Offen blieb allerdings, ob weitere Netzbetreiber die Mobilfunkstation im Dachstuhl von Schloss Eggersberg nutzen dürfen. Lösch schloss nicht aus, dass die Stadt das im Zuge einer Vorsorgeplanung klären kann. Der Stadtrat hat bereits vor mehreren Wochen beschlossen, bestimmte Konzentrationsflächen im Gemeindegebiet für die Errichtung von Mobilfunkmasten auszuweisen.

Möglicherweise wird sich in den nächsten Wochen auch noch der bayerische Landtag mit dem Projekt auseinandersetzen. Die Obereggersberger Bürgerinitiative hat auf Anraten des Abensberger Abgeordneten Martin Neumeyer bereits eine Petition eingereicht, jetzt ist über Staatskanzleiministerin Christine Haderthauer die Antwort von Ministerpräsident Horst Seehofer (alle CSU) eingetroffen. Ein Ergebnis gibt es allerdings noch nicht; die Prüfung laufe noch, heißt es. Bauer und Co. hoffen nun, dass der Ausschuss für Eingaben und Beschwerden, bekannt als Petitionsausschuss, nach Obereggersberg kommt. „Die sollen wissen, dass der Ausbau der Mobilfunkversorgung auch seine Grenzen hat“, stellte der Ortssprecher klar.